Spielberichte 2012-2013

18. Spieltag und letzter Spieltag: Lindow-Gransee und Neustadt-Glewe souverän

Der letzte Spieltag in der neuen Dritten Liga Nord brachte erwartungsgemäß keinerlei Änderungen mehr. Sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen blieb es bei den jeweiligen Platzierungen sämtlicher Teams. Auch die vorzeitigen Meister SV Lindow-Gransee (Männer) und SV Fortschritt Neustadt-Glewe ließen nichts mehr anbrennen und beendeten die Saison souverän. Beide erlitten in den jeweils 16 Spielen lediglich zwei Niederlagen und beherrschten auch mit ihren Satzverhältnissen die Konkurrenz: Lindow-Gransee mit 45:12 und Neustadt-Glewe noch imponierender mit 43:7 Sätzen. Gratulation an beide Mannschaften, die nun direkt in die 2. Bundesliga Nord aufsteigen wollen. Die Meisterehrung für den SV Lindow-Gransee nahm der stellvertretende Vorsitzende des Spielausschusses der Dritten Liga Nord, Uwe Näthler, vor. Er überreichte den Männern unter dem Jubel der Fans im Namen des DVV die Meisterurkunde und damit sozusagen die Eintrittskarte für die 2. Bundesliga Nord.

In beiden Staffeln hatte es vor dem letzten Spieltag noch jeweils ein Nachholspiel gegeben. Bei den Frauen spielte der SC Alstertal-Langenhorn gegen den SV Warnemünde (0:3), weil diese Partie am 9. Dezember 2012 wegen des Unwetters abgesagt worden war. Bei den Männern hatte der SV Lindow-Gransee vor einer Woche den Oststeinbeker SV empfangen. Mit dem überzeugenden 3:0 (26:24, 25:20, 25:20)-Heimsieg konnte alle theoretischen Rechnereien zu den Akten gelegt werden, nach denen Lindow-Gransee noch hätte von der Spitze verdrängt werden können. Die Meisterfeier konnte somit schon vor dem Schlussspieltag steigen.

Ursprünglich sollte es noch am 17. März eine Spielwiederholung mit VfL Pinneberg gegen Lindow-Gransee geben. Staffelleiter Kay Helm hatte das Spiel vorsorglich angesetzt, falls bis dahin eine Entscheidung der Spruchkammer Nord vorgelegen hätte. Lindow-Gransee zog allerdings den Protest gegen das am 26. Januar in Pinneberg ausgetragene und mit 1:3 verlorenem Spiel kurzfristig zurück. Gegenstand des Protestes war aus Sicht der Randberliner die nicht regelkonforme Schiedsrichteransetzung. Auf die Titelentscheidung hätte die Spielwiederholung so oder so keinen Einfluss gehabt.

So konnte Lindow-Gransee mit größter Gelassenheit in die letzte Saisonbegegnung zu Hause gegen den Nord-Vertreter KMTV Eagles Kiel II gehen und feierte vor rund 450 begeisternden Fans einen 3:1-Erfolg. „Es war ein kurioses Spiel“, schilderte Frank Seeger, Abteilungsleiter und Teamchef, das Geschehen. „Nach zwei Satzgewinnen mit 25:19 und 25:22 verloren wir den dritten Satz nach endlosen Verlängerungen mit 33:35. Kiel war damit wohl die Puste ausgegangen, denn wir schlugen sie im vierten Satz mit dem nicht alltäglichen Satzgewinn von 25:3.“

Hinter dem Meister beendete der am Schlusstag spielfreie Berliner VV (24:8 Punkte) als Vizemeister die Saison, gefolgt vom punktgleichen VfL Pinneberg, der sein Auswärtsspiel beim Oststeinbeker SV mit viel Mühe mit 3:0 (25:16, 27:25, 26:24) gewann. Die beiden übrigen Nordostdeutschen Vertreter schlossen die Premierensaison mit Sieg und Niederlage ab: TKC Wriezen gewann beim Tabellenvierten 1. VC Norderstedt mit 3:2 (21:25, 26:24, 14:25, 25:21, 15:9) und behauptete damit seinen fünften Rang, und der auf dem vorletzten Platz liegende VC Potsdam-Waldstadt scheiterte beim Absteiger SV Warnemünde nach einer 2:1-Führung (25:17, 13:25, 25:17) noch mit 2:3. Nach dem Verlust des vierten Satzes mit 15:25 ging es aber turbulent im Tiebreak zu, den schließlich Warnemünde mit 19:17 für sich entschied.

Bei den Frauen verabschiedete sich Meister SV Fortschritt Neustadt-Glewe mit einem 3:1 (25:19, 15:25, 25:21, 25:15)-Sieg bei der VG WiWa Hamburg aus der Dritten Liga mit einem 4-Punkte-Vorsprung auf den Kieler TV, der sein Schlussspiel zu Hause gegen die SG Rotation Prenzlauer Berg mit 3:2 (26:28, 25:13, 23:25, 25:17, 15:10) gewann. Der Ex-Zweitbundesligist aus Berlin, der lange Zeit das Geschehen weit im Vorderfeld mitbestimmte, dürfte am Ende mit Rang vier nicht restlos zufrieden sein.

Dritter ist der Berlin-Brandenburger SC, der im nordostdeutschen Duell beim Tabellensechsten SV Pädagogik Schönebeck als 3:1 (25:16, 26:24, 20:25, 25:17)-Gewinner vom Parkett ging. Schönebeck Abteilungsleiter Dr. Werner Malchau war trotz der Niederlage nicht unzufrieden: „Es war eine tolle Stimmung in der Halle. Mit 150 Fans waren so viele da, wie die ganze Saison über nicht. Sportlich gesehen haben wir zwei Sätze viel Widerstand geleistet, und wenn der zweite Satz, in dem wir schon mit 22:18 geführt haben, nicht noch mit 24:26 verloren wird, geht das Match am Ende ganz anders aus. Im vierten Durchgang war dann unsere Moral dahin. Unterm Strich war für uns wichtig: Wir haben die Klasse gehalten und sind zufrieden, aber mit Abstrichen. Auf jeden Fall war unsere Entscheidung richtig, in die neue Dritte Liga aufzurücken.“

Das wird mit Sicherheit der Nord-Vertreter 1. VC Norderstedt ganz anders sehen. Denn das Frauenteam verlor auch am letzten Spieltag zu Hause mit 0:3 (23:25, 14:25, 25:27) gegen den SC Alstertal-Langenhorn und blieb damit auch im 16. Saisonspiel sieglos und ohne einen einzigen Satzgewinn. Norderstedts Bilanz mit 0:32 Punkten und 0:48 Sätzen ist schon mehr als ungewöhnlich. Mitunter hat aber auch das berühmte Quäntchen Glück gefehlt – wie zuletzt im dritten Satz, der mit 25:27 verloren ging.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

17. Spieltag: Titelentscheidungen gefallen: Lindow-Gransee und Neustadt-Glewe Meister

Einen Spieltag vor Saisonende sind die Titelentscheidungen gefallen: Die Männer des SV Lindow-Gransee, die letzte Saison noch in der 2. Bundesliga spielten, und die Frauen des SV Fortschritt Neustadt-Glewe wurden in der Premierensaison der Dritten Liga Meister. Beide streben auch die 2. Bundesliga Nord an. Auch die beiden Absteiger mit dem SV Warnemünde (Männer) und dem 1. VC Norderstedt (Frauen) stehen fest.

Bei den Männern feierte Lindow-Gransee im Nordostdeutschen Duell beim TKC Wriezen einen umkämpften 3:2 (23:25, 27:25, 25:12, 27:29, 15:12)-Sieg. Zwar haben die Brandenburger noch zwei Heimspiele zu bestreiten (am 16. März gegen Oststeinbeker SV und am 23. März gegen KMTV Eagles Kiel II), doch das ändert an der Tabellenposition nichts. Das gilt auch für das vorsorglich vom Staffelleiter Kay Helm für den 17. März angesetzte Wiederholungsspiel VfL Pinnenberg – Lindow-Gransee. Hier hatte es nach der 1:3-Niederlage von Gransee am 26. Januar einen Protest gegen das nicht korrekte Schiedsgericht gegeben, der vom Staffelleiter aber abgewiesen worden war. Darauf ging Gransee vor die Spruchkammer Nord, deren Entscheidung zur Stunde aber noch nicht vorliegt.

„Es war ein verdienter Sieg von Gransee“, meinte Wriezens Abteilungsleiter Ulf-Michael Stumpe nach der 2:3-Niederlage. „Aber es war ein tolles Match von beiden Seiten vor einer ebenso tollen Kulisse von rund 300 Zuschauern. Jede Mannschaft hatte immer wieder deutliche Punktvorsprünge, die aber vom Gegner aufgeholt wurden. Der Knackpunkt der Partie war der zweite Satz. Nachdem wir zunächst knapp mit 25:23 gewonnen hatten, führten wir im zweiten Durchgang schon mit 16:8 Punkten, scheiterten aber schließlich doch noch mit 25:27. Sonst wäre vielleicht alles anders gekommen. Aber wie gesagt: Gransee war am Ende verdienter Sieger.“

Hinter dem Meister Lindow-Gransee (24:4 Punkte) sicherte sich das Außenseiterteam des Berliner VV mit einem 3:2 (25.22, 18:25, 25:23, 28:30, 15.11)-Heimerfolg über den Absteiger SV Warnemünde überraschend die Vizemeisterschaft (24:8) vor dem VfL Pinneberg (22:8). „Das ist ein ganz toller Erfolg der Mannschaft“, strahlte BVV-Abteilungsleiterin Gabi Arenkens. Aber es war kein leichter Gang der Berliner gegen die erst zweimal in dieser Saison siegreichen Warnemünder. „Der Druck auf die Mannschaft, kurz vor dem sensationellen zweiten Platz zu stehen, war groß. Und so spielte sie über weite Strecken verkrampft. Im mit 28:30 verlorenen vierten Satz vergaben wir mindestens drei Matchbälle. Doch nach dem 2:2-Satzgleichstand bestimmten wir im Tiebreak das Geschehen.“

Der VC Potsdam-Waldstadt, der als Tabellenvorletzter inzwischen längst aller Abstiegssorgen ledig ist, peilte im Heimspiel gegen den 1. VC Norderstedt einen Sieg an. Doch daraus wurde nichts. Am Ende stand es 3:1 (23:25, 25:19, 25:17, 28:26) für den Nord-Vertreter. „Wir hätten den vierten Satz durchaus gewinnen können“, meinte Potsdams Trainer Gregor Steinke, „vielleicht hätten wir dann noch das Spiel drehen können. Doch es war insgesamt mehr ein Kampf gegen uns selbst als gegen den Gegner. Im Kopf war meine Mannschaft klar, aber sie präsentierte sich nicht als ein Team. Das war unsere größte Schwäche."

Bei den Frauen machte der souveräne Tabellenführer SV Fortschritt Neustadt-Glewe mit dem 3:0 (25:19, 25:19, 25:20)-Heimsieg gegen den SV Warnemünde alles klar zum Titelgewinn. Einen Spieltag vor Saisonende ist die Mannschaft mit 26:4 Punkten nicht mehr vom ersten Rang zu verdrängen, zumal aufgrund des imponierenden 40:6-Satzstandes selbst eine Niederlage im Schlussspiel daran nichts ändern würde. Obendrein scheiterte der Verfolger Kieler TV (22:8) beim drittplatzierten Berlin-Brandenburger SC mit 2:3 (20:25, 27:25, 25:21, 19:25, 14:16). Es war die erste Niederlage der Kielerinnen seit dem 11. Spieltag Mitte Dezember 2012 (0:3 zu Hause gegen Neustadt-Glewe) und im insgesamt sechsten Tiebreakmatch der Saison der erste Verlust! BBSC-Pressesprecher Udo Wandtke: „Beide Mannschaft erwiesen sich als ziemlich gleichstark. Trotzdem: Wenn wir den zweiten Satz nicht mit 25:27 abgegeben hätten, wäre es wohl zu einem 3:0-Sieg für uns gekommen. Für uns sprach schließlich die konzentrierte, konsequente Leistung.“

Im einzigen Sonntagspiel standen sich der Tabellensiebente SC Alstertal-Langenhorn und der auf Rang sechs liegende SV Pädagogik Schönebeck gegenüber. Schönebeck war mit 3:0 (25:19, 25:22, 25:23) siegreich, doch hatte der Spielausgang keinen Einfluss auf die jeweilige Tabellenposition der beiden Teams.

Nach Information des Staffelleiters Dr. Albrecht Pfefferkorn wird das am 8. Dezember 2012 aus Witterungsgründen abgesagte Spiel SC Alstertal-Langenhorn gegen SV Warnemünde am 22. März nachgeholt.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

16. Spieltag: TKC Wriezen nach Bravourleistung wieder im Abwind

Der 16. Spieltag, der mit der Mehrheit der Begegnungen erst am 23. Februar 2013 über die Bühne ging, hielt eine Woche zuvor zwei vorgezogene Spiele parat. Dabei schlug bei den Frauen der zuletzt spielfreie Nordost-Vertreter Berlin-Brandenburger SC auf heimischem Parkett den Drittletzten SC Alstertal-Langenhorn in einer weitgehend farblosen Begegnung sicher mit 3:0 (25:15, 25:22, 25:21). Der Nord-Vertreter konnte gelassen in die Begegnung gehen, denn die Abstiegfrage war spätestens seit dem 15. Spieltag mit dem 1. VC Norderstedt entschieden. „Wir waren mal richtig gut, mal weniger gut“, meinte Annette Klatt vom BBSC, „aber wir kamen eigentlich nie in Not, um das Spiel noch zu verlieren.“

Mit diesem Heimsieg rückte der BBSC vorübergehend wieder auf den dritten Tabellenplatz hinter SV Fortschritt Neustadt-Glewe und Kieler TV vor, doch wurde der BBSC eine Woche später wieder von der SG Rotation Prenzlauer Berg verdrängt, die sich beim SV Warnemünde ohne viel Federlesen mit 3:0 (25:8, 25:23, 25:11) durchsetzte. Im Spitzenspiel zwischen VG WiWa Hamburg und dem Kieler TV hatten die auf Rang fünf liegenden Hamburgerinnen trotz einer 2:1-Satzführung in eigener Halle noch mit 2:3 (23:25, 25:15, 25:23, 21:25, 12:15) das Nachsehen. Gewohnt souverän der Spitzenreiter SV Fortschritt Neustadt-Glewe, der das sieglose Schlusslicht 1. VC Norderstedt mit 3:0 (25:8, 25:10, 25:20) deutlich in die Schranken wies und schon eine Hand am Meistertitel hat.

Bei den Männern wollte der Nordost-Vertreter TKC Wriezen in seinem vorgezogenen Auswärtsspiel gegen den Nord-Vertreter KMTV Eagles Kiel II an seine Bravourleistung vor einer Woche anknüpfen, als beim Oststeinbeker SV nach einem 0:2-Rückstand noch ein 3:2-Sieg gefeiert wurde. Doch das Vorhaben misslang gegen die Kieler, die zu diesem Zeitpunkt noch gegen den Abstieg kämpfen mussten. Nach dem Aufwind folgte für Wriezen ein unerwarteter Abwind. Trotz einer 2:1-Satzführung nach 25:27, 25:18 und 25:21 schlitterte die Mannschaft in eine 5-Satz-Niederlage. Denn die entscheidenden beiden letzten Sätze wurden mit 16:25 und 11:15 deutlich verloren. "Wir haben nach der Führung wieder einmal aufgehört zu spielen. Irgendwie werfen uns umstrittene Schiedsrichterentscheidungen, wie das auch diesmal wieder der Fall war, glatt um. Oft sind es Belanglosigkeiten, die uns aus der Bahn werfen", meinte Wriezens Abteilungsleiter Ulf-Michael Stumpe, der diesmal eine Spielsperre absitzen musste. "Wenn wir den ersten Satz gewinnen und nicht mit 24:26 verlieren, sieht alles anders aus. Auch im vierten Durchgang bestimmen wir das Spiel, führen schon 11:5 und scheitern schließlich mit 16:25. Irgendwie ist der Wurm drin."

Mit diesem Sieg entledigten sich die Kieler (10:18 Punkte) endgültig aller Abstiegssorgen, so dass der Gang des SV Warnemünde (zuletzt 0:3 zu Hause gegen den VfL Pinneberg) in die Regionalliga Nord besiegelt ist. Wriezen wiederum bleibt Tabellenfünfter (12:16 Punkte), gefolgt vom spielfreien Oststeinbeker SV (10:16).

Tabellenvorletzter ist der VC Potsdam-Waldstadt (10:18), der erwartungsgemäß einen mehr als schweren Stand beim Spitzenreiter SV Lindow-Gransee hatte. Am Ende lagen die Gastgeber mit 3:0 (25:23, 25:23, 25:17) vorn und wahrten damit ihren 4-Punkte-Vorsprung auf die Verfolger Berliner VV und VfL Pinneberg. Gransees Teamchef Frank Seeger, zugleich Abteilungsleiter, lobte zwar den Gegner, der sich lange Zeit tapfer gewehrt habe, "aber in den entscheidenden Phasen des Spiels machten wir die nötigen Punkte, während bei den Potsdamern die Unsicherheiten zunahmen". Da zwei Spieltage vor Saisonschluss die Abstiegsfrage mit dem SV Warnemünde definitiv geklärt ist, können die Potsdamer gelassen in die Schlussbegegnungen gehen.

Was die Frage des Aufstiegs in die 2. Bundesliga Nord anbelangt, so gab Frank Seeger vom Spitzenreiter und Fast-Meister Lindow-Gransee eine ziemlich klare Antwort: "Zu mehr als 90 Prozent steht fest: Wenn wir Staffelsieger werden, wollen wir auch weiter nach oben. Alles andere würde keinen Sinn machen, auch wenn wir wissen, was da alles finanziell auf uns zukommt." Zur Situation hinsichtlich des Protestes von Lindow-Gransee gegen die Wertung des mit 1:3 verlorenen Spiels beim VfL Pinneberg (siehe Bericht vom 14. Spieltag) äußerte sich Seeger so: "Der Protest wurde vom Staffelleiter abgewiesen. Nun werden wir die Spruchkammer Nord anrufen, weil wir uns mit unserem Protest im Recht sehen."

Weiterhin für Schlagzeilen sorgt der Nordost-Vertreter Berliner VV, der mit seinem 3:0 (25:23, 25:21, 25:14)-Auswärtssieg gegen den 1. VC Norderstedt seinen spektakulären zweiten Platz vor Pinneberg verteidigte. BVV-Trainer Hartmut Podlasly: "Im ersten Satz war es noch ein Spiel auf Augenhöhe, dann aber bestimmten wir eindeutig das Geschehen, spielten solide und konstant, wobei sich der Gegner im dritten Satz spätestens beim Stand von 6:12 selbst aufgab." Die überraschende Steigerung seiner Mannschaft in dieser Saison in der dritthöchsten deutschen Spielklasse gegenüber dem Vorjahr in der Regionalliga Nordost (nur Platz acht) erklärt der Coach so: "Es sind drei ehemalige leistungsstarke Spieler wieder zu uns zurückgekommen. Damit hat sich der Druck innerhalb der Mannschaft deutlich erhöht, wobei wir genau besehen gar keinen richtigen Stammsechser haben. Aber aus dieser Situation ist eine völlig neue Qualität innerhalb der Mannschaft erwachsen."

Am nächsten Wochenende ist in beiden Staffeln spielfrei, so dass die Saison erst am 9./10. März mit dem vorletzten Spieltag fortgesetzt wird. Saisonfinale ist am 23. März.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

15. Spieltag: Zweite Pleite des Ex-Zweitbundesligisten Lindow-Gransee

Was ist los bei den Männern des einstigen Zweitbundesligisten SV Lindow-Gransee? Der Spitzenreiter siegte zehn Spiele in Folge – dann riss mit dem 1:3 beim Verfolger VfL Pinneberg die Erfolgskette. Und nun folgte im Auswärtsspiel gegen den Berliner VV die nächste Pleite mit 2:3 (22:25, 16:25, 25:16, 25:23, 15:17). Und das ausgerechnet gegen jene Mannschaft, der man vor dem Premierenstart der Dritten Liga aufgrund des nur achten Platzes in der zurückliegenden Saison in der Nordostdeutschen Regionalliga überhaupt nicht zugetraut hatte, in der neuen dritthöchsten deutschen Spielklasse in irgendeiner Weise tonangebend zu sein. Der BVV wurde eher als ein Abstiegskandidat gehandelt. Doch weit gefehlt! Die Berliner stehen seit dem dritten (!) Spieltag auf Platz zwei oder drei. Wer hätte das gedacht?

Nun landeten sie in eigener Halle vor rund 150 Zuschauern den wohl größten Coup mit dem Sieg über den Favoriten. „Wir haben einen sehr guten Tag erwischt. Wir waren in der Annahme ganz stark, brachten die Bälle gut nach vorn, und dort klappte das Zuspiel super“, erklärte BVV-Trainer Hartmut Podlasly den Erfolg, fügte aber zugleich hinzu: „Lindow war augenscheinlich personell geschwächt und hatte nicht die stärkste Mannschaft zur Stelle.“ Als es nach Sätzen 2:0 für den Gastgeber stand, war dem Coach und seinen Männern klar, dass der Favorit noch eine Antwort parat haben würde, was sich mit dem 2:2-Satzgleichstand auch bestätigte. „Im Tiebreak war dann alles möglich“, beschrieb Podlasly die kritische Situation. Nach schneller 3:0-Führung stand es beim Seitenwechsel 8:7 für den BVV. Es blieb ein Match auf Augenhöhe: 10:10 und 13:13. „Auf beiden Seiten wurden wenig Fehler gemacht. Doch beim 13:14 schien es, als würden wir uns um den Lohn bringen. Doch zwei Superblockaktionen wendeten das Blatt zu unseren Gunsten. Ein glücklicher, aber nicht unverdienter Heimsieg.“

Da der VfL Pinneberg als unmittelbarer Verfolger des SV Lindow-Gransee (20:4 Punkte), der trotz der beiden jüngsten Niederlagen weiterhin die führende Position einnimmt, beim 1. VC Norderstedt mit 2:3 (22:25, 25:19, 22:25, 25:23, 11:15) das Nachsehen hatte, rückte der Berliner VV auf den zweiten Platz vor – mit 20:8 Punkten gleichauf mit Pinneberg. Offen ist im Falle Lindow-Gransee noch die Entscheidung über den Protest nach dem 1:3 in Pinnberg (siehe Spielbericht vom 14. Spieltag).

Eine Bravourleistung bot auch der Nordost-Vertreter TKC Wriezen mit dem 3:2-Sieg beim Oststeinbeker SV – und das nach einem klaren 0:2-Satzrückstand (20:25, 16:25). Doch fast genauso klar revanchierten sich die Wriezener mit 27:25 und 25:20 und erzwangen somit einen fünften Entscheidungssatz, den sie mit 15:10 eindeutig beherrschten.

Im einzigen Sonntagspiel der Männer ging es für den Tabellenvorletzten VC Potsdam-Waldstadt, der am Spieltag zuvor mit dem 3:1-Heimerfolg über Wriezen viel Selbstvertrauen im Kampf gegen den Abstieg geschöpft hatte, darum, auch gegen den punktgleichen Tabellennachbarn KMTV Eagles Kiel II mit einem weiteren Heimsieg das noch immer drohende Abstiegsgespenst endgültig zu verjagen. Drei Spieltage vor Saisonende sechs Punkte Vorsprung auf den Tabellenletzten SV Warnemünde – da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn der Klassenerhalt noch in Gefahr geriete. Potsdams Trainer Gregor Steinke war nach dem 3:1 (21:25, 25:23, 25:19, 25:18)-Erfolg sichtlich erleichtert: „Wir sind heilfroh, denn das war ein ganz wichtiger Sieg. Im ersten Satz sah es aber nicht danach aus, da hatte der Gegner einen guten Lauf. Doch im zweiten Durchgang sind wir ins Spiel zurückgekommen. Der 25:23-Satzgewinn war wichtig auch für die Moral der Mannschaft, die danach erfreulich konstant durchgespielt hat.“

Bei den Frauen fertigte der Spitzenreiter SV Fortschritt Neustadt-Glewe (22:4 Punkte) den Nordost-Vertreter SV Pädagogik Schönebeck glatt mit 3:0 (25:16, 25:19, 25:23) ab. Da der Kieler TV (20:6) gegen den SC Alstertal-Langenhorn mit 3:1 (25:16, 22:25, 25:19, 25:19) und auch VG WiWa Hamburg (18:10) gegen den SV Warnemünde mit 3:0 (25:17, 25:21, 25:17) erfolgreich waren, wahrten sie ihre unmittelbare Verfolgerrolle. Der spielfreie Berlin-Brandenburger SC (16:10) wurde vom vierten Platz durch die SG Rotation Prenzlauer Berg (18:10) verdrängt. Die Prenzelbergerinnen schickten mit dem 3:0 (25:14, 25:17, 25:10) auf eigenem Parkett das sieglose Schlusslicht 1. VC Norderstedt endgültig in den Abstieg.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

14. Spieltag: Pinneberg stoppt Alleingang von Lindow-Gransee - doch Protest

Nach zehn Siegen in Folge mussten die Männer des einstigen Zweitbundesligisten SV Lindow-Gransee am 14. Spieltag ihre erste Saisonniederlage einstecken. Verfolger VfL Pinneberg stoppte im Heimspiel mit einem 3:1 (20:25, 25:22, 25:19, 25:19) den Alleingang des Spitzenreiters.

Doch das Spiel stand unter keinem glücklichen Stern, denn zum Spielbeginn um 18 Uhr war die erste Schiedsrichterin Pia Degenkolbe nicht erschienen. Die war nämlich zu 16 Uhr zum Nord-Regionalligaspiel Eimsbütteler TV gegen VG WiWa Hamburg II angesetzt, und eine Verspätung war angekündigt. Schließlich übernahm der zweite Schiedsrichter Dr. Ali Dehghani den Part des ersten Schiedsrichters. Auf Nachfrage meldete sich aus den Zuschauern ein "gefühlter" 70-jähriger Mann, der angab, er wäre früher mal in Hamburg Schiedsrichter gewesen. Eine Schiedsrichterlizenz konnte er nicht vorweisen. Daraufhin spielte Lindow-Gransee unter Protest und ließ den auch im Spielprotokoll vermerken. Der Fall geht nun also in eine juristische Runde.

Zum Spiel selbst: Die Gäste aus Brandenburg begannen mit dem Gewinn des ersten Satzes wunschgemäß, was den Nord-Vertreter, der in dieser Saison in drei Spielen beide Punkte abgeben musste, in keiner Weise beeindruckte. Der am Ende umjubelte Pinneberger 3:1-Sieg ändert aber nichts daran, dass Lindow-Gransee (20:2 Punkte) weiterhin das Feld anführt und gegenüber den Verfolgern Pinneberg (20:6) und Berliner VV (18:8) noch immer einen beruhigenden Vorsprung genießt und sich vom Weg zum Meistertitel wohl kaum noch abbringen lassen wird.

Der Berliner VV schlug im einzigen Sonntagsspiel den im Abstiegskampf steckenden KMTV Eagles Kiel II glatt mit 3:0 (25:21, 25:21, 25:18). Beim Sieger konstatierte man kurz und bündig: Es war ein ordentliches Spiel, in dem der BVV meist zwei, drei Punkte vorn lag, manchmal Kiels Ausgleich hinnehmen musste, aber in keiner Phase in Gefahr geriet, irgendeinen Satz noch abgeben zu müssen.

Im Nordost-Duell zwischen den Tabellenvorletzten VC Potsdam-Waldstadt und dem im Mittelfeld platzierten TKC Wriezen gab es einen überraschenden 3:1 (25:17, 20:25, 25:18, 27:25)-Heimsieg der Potsdamer. Trainer Gregor Steinke war sichtlich erleichtert: „Wir haben unseren Aufwärtstrend bestätigt. Die gute Trainingsarbeit unter der Woche hat sich ausgezahlt. Das Team ist weiter zusammengerückt.“ Dabei mussten die Potsdamer frühzeitig ein Handikap hinnehmen: Im zweiten Satz verletzte sich beim Stand von 2:4 der Kapitän und Diagonalangreifer Christoph Säger so schwer am Fußgelenk, dass er umgehend ins Krankenhaus gebracht werden musste. „Eine Operation wird unumgänglich sein“, so Steinke. Das Match musste daraufhin für 40 Minuten unterbrochen werden. „Wie diese nicht ganz einfache Situation von meiner Mannschaft weggesteckt wurde, verdient ein Lob“, fügte der Coach hinzu.

Potsdam erhielt sich mit diesem Heimsieg die Chance, die Spielklasse zu halten. Potsdam und Kiel (beide 8:16 Punkte) liegen vier Punkte vor dem Schlusslicht SV Warnemünde (1:3 gegen den Oststeinbeker SV), der als erster Absteiger so gut wie feststeht. Angesichts des nur neun Teams umfassenden Feldes wird nur eine Mannschaft absteigen. Kaum zu glauben, dass Warnemünde in den ausstehenden drei Spielen das Abstiegsschicksal noch abwenden kann. "Wir wollen unbedingt in der Dritten Liga bleiben", versicherte Potsdams Vereinschef Christoph Jahn, "denn wir setzen nächste Saison auf unseren aufstrebenden Nachwuchs."

Bei den Frauen unterstrich der Spitzenreiter SV Fortschritt Neustadt-Glewe seine Dominanz auch im Auswärtsspiel gegen den bisherigen Tabellendritten Berlin-Brandenburger SC mit einem souveränen 3:0 (25:14, 25:20, 25:19). Der BBSC wurde geradezu vorgeführt. „Wir hatten wirklich keine Chance gegen Neustadt-Glewe, kamen in keiner Phase richtig ins Spiel und leisteten uns obendrein noch jede Menge eigener Fehler“, fasste BBSC-Pressesprecher Udo Wandtke das Geschehen zusammen. Überragende Spielerin beim Sieger um Trainer Oliver Dunkel war einmal mehr Anzhela Kryvarot (auch als Angela Krivarot bekannt). Die inzwischen fast 41-jährige einstige weißrussische Nationalspielerin, die im Jahr 2000 ihre Heimatstadt Minsk verließ und zum Erstbundesligisten Schweriner SC wechselte, dort dreimal deutscher Meister und dreimal DVV-Pokalsieger wurde, hatte sich 2008 dem damaligen Nord-Regionalligisten Neustadt-Glewe angeschlossen und schießt in den meisten Spielen den Gegner fast im Alleingang ab.

Durch die Niederlage des BBSC, der durch den gleichzeitigen 3:0-Sieg der VG WiWa Hamburg beim 1. VC Norderstedt hinter Hamburg auf die vierte Tabellenposition (16:10 Punkte) zurückfiel, ist der Kieler TV (18:6) mit einem 2-Zähler-Rückstand auf Neustadt-Glewe nunmehr der einzige ernsthafte Verfolger des Spitzenreiters. Die Kieler taten sich allerdings zuletzt beim Tabellenvorletzten SV Warnemünde schwer, ehe der 3:2-Erfolg feststand.

Im Nordost-Derby zwischen dem SV Pädagogik Schönebeck und SG Rotation Prenzlauer Berg setzte sich der Ex-Zweitbundesligist aus Berlin überzeugend mit 3:0 (25:6, 25:17, 25:19) durch. „Es war eine der schwächsten Saisonleistungen, wenn nicht sogar die schwächste“, befand Schönebecks Abteilungsleiter Werner Malchau. „Ich kann mir das nur so erklären, dass die Mannschaft von vornherein nicht daran geglaubt hat, Prenzlauer Berg schlagen zu können. Die Berlinerinnen waren uns in allen Belangen überlegen, auch kämpferisch. Sie kratzten die unmöglichsten Bälle noch vom Parkett. So leidenschaftlich hätte ich gern meine Mannschaft kämpfen gesehen.“

Ein notwendiger Nachtrag ist noch zum umstrittenen „Regenspiel“ von Neustadt-Glewe in Schönebeck am 6. Spieltag (10. November 2012) zu machen, das die Gäste aus dem Norden mit 0:3 verloren hatten. Neustadt-Glewe hatte Protest eingelegt, weil es auf beiden Feldhälften reingeregnet hatte und Pfützen auf dem Spielfeld gestanden haben. Wie Schönebeck bestätigte, regnete es an einigen undichten Stellen des Hallendachs tatsächlich rein, aber nicht so gravierend, wie Neustadt-Glewe die Situation geschildert habe. In jedem Satz seien zusätzliche zwei Wischer-Pausen notwendig gewesen.

Nach Auffassung von Neustadt-Glewe hätte das Spiel gar nicht erst angepfiffen werden dürfen. „Ein entsprechender Einwurf schon während des Aufwärmens wurde vom Schiedsgericht komplett ignoriert, und selbst ein Vermerk ins Protokoll, den wir über unsere Mannschaftsführerin im Spielverlauf angestrebt haben, blieb uns verwehrt“, so Trainer Oliver Dunkel. Durch die immer wieder notwendigen Wischer-Pausen sei das Spiel selbst irregulär abgelaufen. Außerdem fühlten sich die Neustädter von den Unparteiischen gerade bei technischen Entscheidungen benachteiligt. Beide Proteste wurden abgewiesen. Neustadt-Glewe hatte fairerweise auf ihrer Vereins-Homepage eingeräumt, dass diese Umstände keineswegs die eigene Niederlage entschuldigen dürfen und die eigene Leistung an diesem Tag tatsächlich unzureichend gewesen sei.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

13. Spieltag: Berliner VV schlägt im Nordost-Derby TKC Wriezen

Nach dem überraschenden Fehlstart der Männer des Berliner VV ins neue Jahr mit 2:3 beim Abstiegskandidaten VC Potsdam-Waldstadt waren die Berliner eine Woche später im nächsten Nordost-Derby zu Hause gegen TKC Wriezen wieder voll auf der Höhe. Allerdings: Nur auf den ersten Blick sieht sich der 3:1-Sieg wie ein überlegener Erfolg an. Die Sätze mit 25:23, 27:25, 21:25 und 26:24 verdeutlichen, wie eng es in dieser Partie zuging. Das bestätigte auf der Verliererseite auch Wriezens Abteilungsleiter Ulf-Michael Stumpe: „Es war wirklich ein ausgeglichenes Spiel. Im ersten Satz führten wir 19:15 und sahen uns als Sieger, dann aber häuften sich Fehler über Fehler bei uns – und weg war der Satz. Wir hatten in der Folgezeit sichtliche Probleme mit dem Gegner, der total engagiert aufspielte und eine unglaubliche Verteidigungsleistung bot. Der BVV holte in der Abwehr die unmöglichsten Bälle und schoss uns dann ab. Allerdings will ich auch nicht verschweigen: Es gab in jedem Satz ein, zwei Schiedsrichterentscheidungen, die uns das Genick brachen. Es waren genau besehen keine richtigen Fehlentscheidungen, aber sie brachten uns aus dem Tritt.“

Mit diesem Heimsieg verteidigte der Berliner VV seinen dritten Tabellenrang (16:8 Punkte) hinter dem spielfreien Spitzenreiter SV Lindow-Gransee (20:0) und dem VfL Pinneberg (18:6), der im Auswärtsspiel den KMTV Eagles Kiel II mit 3:0 abfertigte. Wriezen (10:12) rutschte hingegen hinter dem 1. VC Norderstedt (12:12) auf den fünften Platz ab. Norderstedt setzte sich beim Schlusslicht SV Warnemünde mit 3:2 durch, kam aber erst nach einem 1:2-Satzrückstand mit 25:17 und 15:9 so richtig in Tritt.

Der in der Vorwoche erfolgreiche VC Potsdam-Waldstadt, der mit dem 3:2-Heimsieg über den BVV seinen dritten Saisonsieg feierte und hoffte, endlich in die Erfolgsspur gefunden zu haben, wurde wieder zurückgeworfen. Beim Oststeinbeker SV schienen die Potsdamer nach 25:20, 20:25 und 25:23 einem Sieg auch greifbar nahe, aber dann kippte die Partie, als der Gastgeber mit 25:22 den 2:2-Satzgleichstand erkämpfte. Zwar wehrten sich die Potsdamer im Tiebreak, der in die Verlängerung ging und erst mit 19:17 von den Oststeinbekern entschieden wurde. Eine unglückliche Niederlage für die Potsdamer, die nun im nächsten Heimspiel auf TKC Wriezen treffen, der alles daran setzten wird, die letzte Niederlage vergessen zu machen, während Potsdam darum kämpft, nicht weiteren Boden im Abstiegskampf zu verlieren.

Bei den Frauen überraschte der Berlin-Brandenburger SC in einem weiteren Nordost-Derby in heimischer Halle die SG Rotation Prenzlauer Berg. In dem Duell der beiden Tabellennachbarn hatte der Ex-Zweitbundesligist überhaupt keine Chance. Der BBSC dominierte die Partie von Anbeginn und setzte sich mit 3:0 und klaren Satzständen von 25:16, 25:18 und 25:23 durch. BBSC-Pressesprecher Udo Wandtke: „Es war eine so große Überlegenheit, wie man das vorher nicht vermuten konnte. Im ersten Satz führten wir sogar schon mit 15:6 und im dritten Durchgang mit 15:9.“ Mit diesem Heimsieg hält der BBSC (16:8 Punkte) Anschluss an das Spitzenduo mit dem SV Fortschritt Neustadt-Glewe (18:4), der den SC Alstertal-Langenhorn in eigener Halle mit 3:0 schlug, und dem diesmal spielfreien Kieler TV. Die VG WiWa Hamburg (14:8) schob sich mit dem 3:2 (25:17, 23:25, 25:17, 17:25, 165:8)-Heimsieg über den SV Pädagogik Schönebeck auf den vierten Tabellenplatz vor und verdrängte damit die SG Rotation Prenzlauer Berg (12:10).

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

12. Spieltag: SV Lindow-Gransee nun schon sechs Punkte Vorsprung

Die vierwöchige Winterpause in der Dritten Liga Nord überstand der Männer-Spitzenreiter SV Lindow-Gransee erwartungsgemäß ohne spielerische Einbußen. Der Heimgegner am 12. Spieltag mit dem Schlusslicht SV Warnemünde war auch keine Hürde für die Brandenburger. Völlig problemlos setzte sich der Gastgeber mit 3:0 (25:21, 25:15, 25:18) durch, ist damit weiterhin ungeschlagen und führt nun sogar schon mit einem 6-Punkte-Vorsprung vor dem VfL Pinneberg und acht Punkten vor dem Berliner VV.

Unter den unmittelbaren Verfolgern war der Start ins neue Jahr nämlich weniger erfolgreich. Sowohl der Tabellenzweite Pinneberg als auch der Tabellendritte BVV erlitten Niederlagen, wahrten aber ihre Tabellenpositionen. Pinneberg scheiterte beim TKC Wriezen mit 1:3 (26:24, 17:25, 18:25, 21:25). Dabei sah es nach dem ersten Satz gar nicht danach aus. "Der erste Satz war ohnehin kurios, denn wir führten schon mit 8:1. Aber einige Schiedsrichterentscheidungen stifteten Verwirrung. Allerdings war der Satzverlust verdient", schilderte Wriezens Abteilungsleiter Ulf-Michael Stumpe. Danach jedoch fand Wriezen - angetrieben von der stimmungsvollen Kulisse in der fast ausverkauften Halle - richtig ins Spiel und ließ Pinneberg nicht mehr die Spur einer Chance. "Diesen Sieg haben wir gebraucht für unser Selbstvertrauen", ergänzte Stumpe.

Der Berliner VV zog beim VC Potsdam-Waldstadt mit 2:3 den Kürzeren - in einer Begegnung, die einer Berg- und Talfahrt glich und bei der die Satzführungen zwischen Gastgeber und Gästen in regelmäßiger Folge wechselten: 25:14, 24:26, 25:13 und 20:25. Im Tiebreak lagen schließlich die Potsdamer wieder mit 15:12 vorn. Mit diesem Heimerfolg und dem dritten Saisonsieg wahrten die Potsdamer als Tabellenvorletzter den Anschluss nach vorn. Allerdings punktete auch der Oststeinbeker SV mit seinem 3:2-Auswärtssieg gegen den 1. VC Norderstedt, so dass beide Teams in der Abstiegszone mit 6:14 Punkten weiterhin gleichauf liegen, aber nur noch einen 2-Zähler-Rückstand auf einen Mittelfeldplatz haben.

"Der Sieg war unheimlich wichtig für uns", befand denn auch Potsdams Trainer Gregor Steinke. Dass es am Ende des dritten Satzes drei Gelbe Karten hüben wie drüben gab, irritierte beide Teams, warf aber die nicht immer überzeugenden Potsdamer nicht aus der Bahn. "Unterm Strich steht ein Sieg, und nichts anderes zählt", so Steinke, der zwei 17-jährige Spieler aufbot, die "ihre Sache sehr ordentlich gemacht" haben.

Bei den Frauen hatte es schon eine Woche vor dem 12. Spieltag eine Nachholpartie zwischen dem Berlin-Brandenburger SC und dem SV Pädagogik Schönebeck gegeben. Dabei startete der Tabellendritte BBSC perfekt ins neue Jahr. Auf heimischem Parkett wurde der Tabellennachbar Schönebeck nach nur 67 Spielminuten mit 3:0 (25:21, 25:13, 25:17) deklassiert, so dass die Randberlinerinnen vorübergehend auf den zweiten Tabellenplatz vorrückten und den Kieler TV verdrängte.

Dieser "Höhenflug" hielt aber nicht an. Denn eine Woche später erlitten die Frauen um Trainer Daniel Bratschke eine 2:3 (25:22, 23:25, 25:22, 23:25, 13:15)-Heimniederlage gegen die VG WiWa Hamburg. "Ein kampfbetontes, richtig gutes Spiel mit tollen, langen Ballwechseln", kommentierte aus BBSC-Sicht Annette Klatt und fügte hinzu: "Den Sieg hätte jede Mannschaft verdient." Die Ausgeglichenheit wiederspiegelte auch der Tiebreak, in dem der BBSC schon 7:11 zurücklag, dann noch den 12:12- und 13:13-Ausgleich schaffte, aber am Ende beim 13:15 doch mit leeren Händen dastand.

Die vor einer Woche beim BBSC gescheiterten Frauen aus Schönebeck, in deren Reihen drei Stammspielerinnen gefehlt hatten, machten es diesmal besser. Mit dem 3:1 (25:15, 24:26, 25:17, 25:17)-Heimsieg über den Tabellenvorletzten SV Warnemünde wurde der Fehlstart ins neue Jahr vergessen gemacht. "Der zweite Satz hätte allerdings nicht abgegeben werden müssen", schränkte Schönebecks Abteilungsleiter Werner Malchau die Siegfreude etwas ein, hatte aber eine plausible Erklärung zur Hand: "In diesem Satz setzte unser Trainer Dennis Raab vornehmlich Wechselspielerinnen ein. Dabei zeigte sich, dass sie die Stammspielerinnen noch nicht ersetzen können." Als Schönebeck wieder zurück ins Spiel fand und den Gegner mit seinen Aufschlägen unter Druck setzte, war der Sieg nur noch eine Frage der Zeit.

Im einzigen Sonntagspiel setzte sich der Ex-Zweitligist SG Rotation Prenzlauer Berg beim SC Alstertal-Langenhorn mit 3.1 (25:20, 25:22, 23:25, 25:20) überzeugend durch und rückte hinter dem spielfreien Spitzenreiter SV Fortschritt Neustadt-Glewe (16:4 Punkte), Kiel (14:6) und BBSC (14:8) auf den vierten Tabellenplatz (12:8) vor. Nun darf man gespannt sein, wie sich in einer Woche (19. Januar) die beiden Tagessieger BBSC und Prenzlauer Berg im Direktduell schlagen.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

11. Spieltag: Spitzenreiter Neustadt-Glewe siegt in Kiel mit 3:0

Der 11. Spieltag war der letzte in diesem Jahr. Denn nunmehr geht es in eine vierwöchige Winterpause, ehe am 12./13. Januar 2013 die Saison mit dem 12. Spieltag fortgesetzt wird. Dabei beanspruchte bei den Frauen die Spitzenbegegnung zwischen dem Tabellenführer SV Fortschritt Neustadt-Glewe und dem punktgleichen Verfolger Kieler TV das besondere Interesse. Die Hoffnungen der Konkurrenz, Kiel würde Neustadt-Glewe ein Bein stellen können, erfüllten sich nicht. Mit einem souveränen 3:0 (25:22, 25:19, 25:23)-Auswärtssieg untermauerten die Gäste, dass sie zu Recht an der Tabellenspitze (16:4 Punkte) stehen. Nunmehr folgen Kiel (14:6) und der Berlin-Brandenburger SC (12:6) dahinter.

Dabei gelang dem BBSC ein 3:2 (25:23, 25:12, 21:25, 18:25, 15:13)-Auswärtssieg gegen den SV Warnemünde. Es war der fünfte Auswärtssieg des BBSC in dieser Saison, die für ihn bereits am 5. Januar 2013 mit dem Nachhol-Heimspiel gegen den SV Pädagogik Schönebeck fortgesetzt wird. „Wir dominierten die Partie in Warnemünde", meinte BBSC-Trainer Daniel Bratschke. "Großen Anteil daran hatte Libera Julia Löchel. Mit ihrer guten Annahme wurde ein konstruktives Spiel möglich. Sie dirigierte aus dem Hinterfeld.“ Der verlorene dritte Satz (21:25) brachte durch Umstellung auf drei Positionen Unruhe ins Team. Der Rhythmus wurde auch im vierten Satz (18:25) nicht gefunden. Die Gastgeberinnen hatten zeitweise neun Punkte Vorsprung. Im Entscheidungssatz wurde aber noch einmal konzentriert der Erfolg gesucht. Die 26-jährige Außenangreiferin Karen Amlang war mit einer wirkungsvollen Aufschlagserie maßgeblich beteiligt. "So sollte es weitergehen. Vorn mitzuspielen, das motiviert uns", blickte Trainer Bratschke nach vorn.

Während der Gewinner jubelnd vom Parkett ging, waren die Warnemünderinnen einmal mehr ratlos: „Wir schaffen es ganz einfach nicht, ein Spiel ordentlich zu Ende zu bringen. Dabei haben wir einen 0:2-Rückstand aufgeholt und waren guten Mutes in den Tiebreak gegangen. Aber mit dem 13:15 wurde wieder nichts aus dem Sieg“, beklagte Andrea Bock vom Tabellenvorletzten (4:14 Punkte) aus der Ostseemetropole.

Noch schlechter als Warnemünde steht das Schlusslicht 1. VC Norderstedt (0:20) da, der in eigener Halle gegen den SV Pädagogik Schönebeck beim 0:3 (25:18, 25:20, 25:16) nicht die Spur einer Chance hatte und sowohl weiter sieglos als auch ohne Satzgewinn bleibt. Schönebeck wiederum liegt als Tabellenvierter mit 10:8 Punkten gleichauf mit VG WiWa Hamburg (3:2 gegen SC Alstertal-Langenhorn) und der diesmal spielfreien SG Rotation Prenzlauer Berg aus Berlin.

Bei den Männern bietet sich zum Jahresschluss das gewohnte Bild der letzten Wochen: Der Ex-Zweitbundesligist SV Lindow-Gransee bewahrte auch nach neun Spielen seine weiße Weste dank eines 3:1 (26:28, 25:22, 25:21, 25:20). Nur im ersten Satz brannte die Luft. Die hoch motivierten Nordlichter verlangten Lindow-Gransee in diesem ersten Satz wirklich alles ab. Das 28:26 war für den Favoriten nach acht Siegen in Folge eine in dieser Saison noch nicht vorgekommene Situation. Jetzt war es wichtig, sich auf die eigenen Stärken zu besinnen, den Kopf frei zu bekommen, den Gegner unter Druck zu setzen und das Spiel in den Griff zu bekommen. Das gelang in den drei folgenden Sätzen auch fast durchweg. Einige Serien der Norderstedter konterte Lindow-Gransee erfolgreich und konnten so die erforderlichen Abstände halten oder zu den jeweiligen Satzenden wieder herstellen.

Verfolger VfL Pinneberg (16:4 Punkte) bleibt mit dem 3:0 (25:19, 25:18, 25:16)-Heimsieg über den VC Potsdam-Waldstadt am Spitzenteam dran. Erstaunlich ist nach wie vor, dass der Nordostdeutsche Vertreter Berliner VV als Tabellendritter (14:6) überwintert. Zuletzt setzten sich die Berliner beim Oststeinbeker SV mit 3:1 (25:22, 25:20, 15:25, 25:22) durch.

Aufatmen bei den Männern des SV Warnemünde: Beim KMTV Eagles Kiel II gelang der zweite Saisonsieg. Der erste und bislang einzige Erfolg datierte vom 5. Spieltag am 4. November 2012 mit 3:2 auswärts gegen den Oststeinbeker SV. Nunmehr schaffte die Mannschaft das „kleine Wunder“ erneut auswärts – und das mit 3:0 (25:21, 25:23, 25:22) überraschend eindeutig. Zwar geht Warnemünde mit der „Roten Laterne“ in das neue Jahr, aber mit 4:16 Punkten wurde der Anschluss zum VC Potsdam-Waldstadt und Oststeinbeker SV (je 4:14) hergestellt, so dass die Abstiegsfrage wieder völlig offen ist.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

10. Spieltag: Pinneberg schlägt im Topduell den Berliner VV mit 3:2

Der 10. Spieltag hielt bei den Männern mit dem Berliner VV kontra VfL Pinneberg sowie bei den Frauen mit SV Fortschritt Neustadt-Glewe gegen SG Rotation Prenzlauer Berg zwei Topduelle parat. Dabei unterstrichen die Männer vom VfL Pinneberg ihre Ambitionen, am diesmal spielfreien ungeschlagenen Spitzenreiter SV Lindow-Gransee (16:0 Punkte) dranzubleiben. Allerdings mussten die Norddeutschen beim Gastgeber Berliner VV über fünf Sätze gehen, um am Ende mit 3:2 (25:15, 29:27, 16:25, 20:25, 16:14) die Oberhand zu behalten. Dabei schien nach zwei Sätzen alles gelaufen, aber die Berliner steckten nicht auf, erreichten noch den 2:2-Satzgleichstand und verloren erst im Tiebreak nach Verlängerung knapp mit 14:16. Beim BVV fehlte an allen Ecken und Ende der etatmäßige Zuspieler, der aus Verletzungsgründen nicht eingesetzt werden konnte. „Diese Niederlage schmerzt natürlich“, räumte BVV-Abteilungschefin Gabi Arenkens unumwunden ein.

Bei den Frauen bot der gastgebende Spitzenreiter SV Fortschritt Neustadt-Glewe gegen den Tabellendritten SG Rotation Prenzlauer Berg beim 3:0 (25:16, 25:17, 25:23) nach nur 65 Minuten eine souveräne Leistung, die auf Seiten des Verlierers auch neidlos anerkannt wurde. „Es war der erwartete Sieg von Neustadt-Glewe“, meinte Prenzlauer Berg Mannschaftsleiter Martin Auricht. „Manches hätte bei uns besser ausgesehen, wenn wir unsere Punktchancen genutzt hätten, vor allem im dritten Satz. Zudem hatten wir doch Probleme mit der niedrigen Höhe der Halle. So etwas sind wir nicht gewöhnt.“ Ist die zweite Niederlage in Folge (vor einer Woche 2:3 gegen den Kieler TV) womöglich ein Hinweis darauf, dass die Leistungskurve des Ex-Zweitbundesligisten nach unten geht? Diese Frage verneinte Auricht mit dem Hinweis: „Mit 10:8 Punkten in neun Spielen und Platz vier stehen wir eigentlich dort, wo wir auch hinwollen.“

Vor Prenzlauer Berg (Vierter mit 10:8 Punkten) schob sich nach diesem Spieltag der Berlin-Brandenburger SC (10:6) mit seinem 3:0 (25:18, 25:20, 25:22)-Heimsieg über den sieglosen Tabellenletzten 1.VC Norderstedt. Beim Sieger sah man als einen Grund für den Erfolg die geglückte Umstellung, die der Trainer auf der Liberoposition und im Mittelblock vorgenommen hat.

Hinter Spitzenreiter Neustadt-Glewe liegt unverändert gleichauf der Kieler TV (beide 14:4 Punkte). Die Kielerinnen ließen sich auch vom SV Pädagogik Schönebeck nicht aufhalten und schlugen den Gastgeber mit 3:0 (25:23, 25:18, 25:17). Schönebecks Abteilungsleiter Werner Malchau sah seine Mannschaft nicht nur im ersten Satz auf Augenhöhe mit Kiel. „Auch im zweiten Satz hielten wir bis zum 17:17 ordentlich mit. Aber irgendwie glaubte die Mannschaft wohl selbst nicht an den Sieg, vielleicht auch deshalb, weil wir unsere Topmittelblockerin ersetzen mussten.“ Bevor die Saison in die vierwöchige Spielpause bis zum 12. Januar 2013 geht, kommt es am nächsten 11. Spieltag (15. Dezember) zum Spitzenduell zwischen Kiel und Neustadt-Glewe.

Die Männer von TKC Wriezen dürften den 3:0 (25:16, 25:16, 26:24)-Heimsieg gegen das Schlusslicht SV Warnemünde wie einen Befreiungsschlag empfunden haben. Nach zwei Niederlagen in Folge wieder mal ein Sieg, mit dem Wriezen zunächst mal bis zum 12. Januar 2013 überwintert. Dann allerdings ist der VfL Pinneberg zu Gast. Die Wriezener wollen die Pause nutzen und alles vermeiden, dass der Start ins neue Jahr nicht zu einem Fehlstart wird.

Bei den Frauen ist das Sonntagspiel SC Alstertal-Langenhorn gegen SV Warnemünde kurzfristig von Warnemünde aufgrund der Witterungsbedingungen abgesagt worden, wie Jörg Drews von Alstertal-Langenhorn informierte.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

9. Spieltag: Wer stoppt den Herbstmeister SV Lindow-Gransee?

Auch am 9. Spieltag, mit dem die erste Halbserie abgeschlossen wurde, hielt die Siegesserie der Männer des einstigen Zweitbundesligisten SV Lindow-Gransee an, der sich damit die inoffizielle Herbstmeisterschaft sicherte. Denn auch der gastgebende KMTV Eagles Kiel II vermochte den Granseern kein Bein zu stellen, ja nicht einmal einen Satzverlust beizubringen. Mit 3:0 (25:20, 25:18, 25:17) setzten sich die Gäste einmal mehr eindrucksvoll durch und sind nicht nur ungeschlagen, sondern stehen auch mit 24:2 Sätzen beeindruckend an der Tabellenspitze. Dahinter folgen der diesmal spielfreie Berliner VV und der VfL Pinneberg (je 12:4 Punkte), der mit dem hart erkämpften 3:2 (19:25, 23:25, 28:26, 25:21, 16:14)-Heimsieg über den Oststeinbeker SV seine gute Ausgangsposition behauptete.

Sichtlich erleichtert war Gastgeber VC Potsdam-Waldstadt, der sich im Duell der Kellerkinder knapp mit 3:2 (18:25, 25:18, 25:27, 25:13, 15:13) gegen den SV Warnemünde behauptete und damit zwei Punkte vor dem Schlusslicht Warnemünde liegt. Fast schien es, als würden die Potsdamer doch noch mit leeren Händen dastehen, als sie mit 1:2 in Satzrückstand geraten waren. Dann aber beherrschten sie die Männer von der Ostsee in eindrucksvoller Manier, wobei der Tiebreaksatz (15:13) verdeutlicht, wie eng es am Ende noch wurde.

Während Potsdam-Waldstadt ein wenig aufatmet, herrscht beim Nordostdeutschen Vizemeister TKC Wriezen nach wie vor Ratlosigkeit. Im Heimspiel gegen den 1. VC Norderstedt gab es eine unerwartete 0:3 (19:25, 22:25, 26:28)-Niederlage. "Es läuft bei uns einfach nichts zusammen", konstatierte Wriezens Abteilungsleiter Ulf-Michael Stumpe. "Wir haben ganz offensichtlich ein Teamproblem, anders ist unser Fehlstart mit 6:10 Punkten nicht zu erklären. Das hätten wir vor Saisonbeginn nicht für möglich gehalten. Auch die Zuschauerresonanz ist rückläufig. Völlig klar: Wenn keine ordentliche Leistung geboten wird, können wir auch keine Fans anlocken. Wir brauchen unbedingt mal einen richtigen Durchreißer." Zumindest am nächsten Spieltag (8. Dezember) sollte auf eigenem Parkett gegen Schlusslicht Warnemünde ein Sieg drin sein - aber Vorsicht: Bekanntlich sind getroffene Hunde gefährlich!

Bei den Frauen erlitt der bisherige Tabellenzweite SG Rotation Prenzlauer Berg im Topduell gegen den Kieler TV eine 2:3-Heimniederlage und rutschte damit hinter Spitzenreiter SV Fortschritt Neustadt-Glewe (3:0 bei WiWa Hamburg) und dem Kieler TV (beide 12:4 Punkte) auf den dritten Rang (10:6) ab. Nach drei Sätze (25:20, 20:25, 25:22) lagen die Prenzelbergerinnen noch mit einem 2:1-Satzvorteil in Front, hatten dann aber mit 19:25 und 7:15 (!) noch das Nachsehen. "Erfahrung gewinnt gegen Unerfahrenheit", fasste Prenzlauer Bergs Mannschaftsleiter Martin Auricht das Geschehen kurz und knapp zusammen und verwies darauf, dass "viele individuelle Fehler gemacht" wurden. Gespannt darf man nun zum Start in die zweite Halbserie am Sonnabend (8. Dezember) auf das Topduell zwischen dem Herbstmeister SV Fortschritt Neustadt-Glewe und dem gastgebenden Ex-Zweitbundesligisten SG Rotation Prenzlauer Berg sein.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

8. Spieltag: Frauen von Prenzlauer Berg von der Spitze verdrängt

Am 8. Spieltag gab es bei den Frauen einen Wechsel an der Tabellenspitze. Neuer Tabellenführer ist der Nord-Vertreter SV Fortschritt Neustadt-Glewe nach seinem 3:0-Auswärtssieg gegen den SV Warnemünde. Beim Verlierer, der als Tabellenvorletzter erst zwei Saisonsiege zu Buche stehen hat, nahm man die Niederlage gelassen. „Wir sind nicht enttäuscht“, meinte Andrea Bock. „Wir sind irgendwie immer dicht dran, aber wenn es um Alles geht, dann ist das Glück nicht auf unserer Seite.“ Das war auch gegen den neuen Spitzenreiter so, als Warnemünde im dritten Satz zwei Matchbälle vergeben hat und schließlich mit 26:28 das Nachsehen hatte.

Beim Sprung an die erste Tabellenposition profitierte Neustadt-Glewe von der Niederlage der bis dato führenden Frauen der SG Rotation Prenzlauer Berg, die bei WiWa Hamburg mit 1:3 das Nachsehen hatten und mit dieser zweiten Saisonniederlage den „Platz an der Sonne“ abgeben mussten. Dabei hatte in Hamburg alles gut angefangen, denn der erste Satz wurde mit 25:22 gewonnen. „Es ging auch danach immer recht knapp zu“, schilderte Prenzlauer Bergs Mannschaftsleiter Martin Auricht. „Den zweiten Satz hätten wir durchaus gewinnen können, wenn wir unseren Satzball genutzt hätten. So aber verloren wir mit 26:28. Vielleicht war das der Knackpunkt. Denn bei einer 2:0-Satzführung hätte alles ganz anders ausgesehen.“ Im dritten Satz verloren die Berlinerinnen völlig den Faden, lagen schon 0:9 zurück und hielten am Ende mit 16:25 den Satzverlust noch einigermaßen in Grenzen. „Die Hamburgerinnen waren aber immer einen Tick besser in der Annahme und am Block“, anerkannte Auricht. „Ich denke, in dieser Staffel kann von Platz 1 bis 6 jeder jeden schlagen“.

Nächster Gegner der Berlinerinnen ist am 2. Dezember auf eigenem Parkett der Kieler TV, der als Tabellendritter mit 10:4 Punkten gleichauf mit Neustadt-Glewe und Prenzlauer Berg liegt. Die Kielerinnen kamen zuletzt im Heimspiel gegen den Berlin-Brandenburger SC zu einem 3:2-Erfolg in einer Partie, in der die Satzführung ständig wechselte (25:13, 15:25, 25:15, 13:25) und der Verlierer immer klar bezwungen wurde. Schließlich brachte der Tiebreak mit 15:9 die Entscheidung für Kiel. BBSC-Mannschaftsleiter Michael Kozik kommentierte das Geschehen so: „Es war eine eigenartige Partie. Keiner fand so richtig ins Spiel, weil auf beiden Seiten viele Eigenfehler gemacht wurden.“ Unzufrieden war Kozik über die Leistung des Schiedsrichters: „Es gab viele eigenartige Entscheidungen, die er teilweise wieder korrigierte. Das passte alles nicht zusammen.“

Einen überzeugenden 3:0 (25:20, 25:17, 25:19)-Heimsieg feierte der SV Pädagogik Schönebeck gegen den SC Alstertal-Langenhorn. „Die Gäste hatten offensichtlich Besetzungsprobleme, denn sie waren nicht mit ihrer kompletten Starmannschaft in unserer Halle“, meinte Schönebecks Abteilungsleiter Werner Malchau. „Wir haben das Spiel bestimmt, hatten allerdings im dritten Satz wieder mal eine schwächere Phase, brachten die Begegnung aber ordentlich zu Ende.“

Bei den Männern dominiert der ungeschlagene Spitzenreiter SV Lindow-Gransee weiterhin das Geschehen. Diesmal wurde in eigener Halle der Nordostdeutsche Vizemeister TKC Wriezen mit 3:1 geschlagen. Schon nach zwei Sätzen (25:12, 25:21) war klar, wer auf dem Parkett das Sagen hatte. „Da war die Spannung schon aus dem Spiel“, meinte denn auch Gransees Mannschaftschef Frank Seeger, der den 23:25-Satzverlust im dritten Durchgang lediglich als „Schönheitsfehler“ betrachtete, denn danach gab es ein 25:15. Hinter dem Tabellenführer hält sich weiterhin der Berliner VV, der beim Schlusslicht SV Warnemünde als souveräner 3:0 (25:18, 25:14, 25:20)-Sieger vom Feld ging und wie der diesmal spielfreie VfL Pinneberg bislang lediglich zwei Spiele verloren hat.

Weiterhin mitten im Abstiegskampf steckt der VC Potsdam-Waldstadt, der mit dem Schlusslicht Warnemünde mit 2:12 Punkten gleich liegt. Die Potsdamer scheiterten beim 1. VC Norderstedt mit 1:3, wobei nach zwei Sätzen (17:25, 21:25) die Fronten geklärt schienen, aber danach wurde es noch zweimal eng (25:23 für und 21:25 gegen Potsdam). Am nächsten Spieltag (1. Dezember) empfängt im Duell der Kellerkinder der VC Potsdam-Waldstadt den SV Warnemünde. Da muss unbedingt ein Heimsieg her.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

7. Spieltag: Das "Geheimnis" des Senkrechtstarters Berliner VV

Nach sieben Spieltagen führt bei den Männern nicht überraschend der einstige Zweitbundesligist SV Lindow-Gransee, der auch im Nordostdeutschen Derby beim VC Potsdam-Waldstadt mit 3:0 erfolgreich war und somit weiterhin ungeschlagen ist. Die Potsdamer wiederum sind mit 2:10 Punkten weiterhin Schlusslicht, nach Punkten gleichauf mit dem Nordvertreter SV Warnemünde (0:3 beim VfL Pinneberg) und nur durch einen mehr gewonnenen Satz getrennt.

„Wir haben in den ersten beiden Sätzen beim 18:25 und 20:25 noch einigermaßen gegenhalten können“, meinte Potsdams Trainer Gregor Steinke, „aber dann waren wir mit unserem Latein am Ende und verloren den dritten Durchgang mit 13:25. Die Situation ist schwierig für uns. Wir müssen in den nächsten Spielen auswärts gegen Norderstedt und dann zu Hause gegen Warnemünde unbedingt punkten, sonst wird unsere Lage noch brenzliger. Das sind Gegner, gegen die wir nach der Papierform durchaus eine Siegchance haben.“

Ganz anders ist die Situation beim Nordost-Vertreter Berliner VV, dessen Entscheidung vor Saisonstart, in die Dritte Liga aufrücken zu wollen, nach dem Verlauf der letzten Regionalligasaison mit Platz acht zunächst ein wenig belächelt wurde. Doch inzwischen haben sich die Berliner weit im Vorderfeld der Tabelle etabliert und liegen mit 10:4 Punkten unmittelbar hinter Spitzenreiter Lindow-Gransee. Zuletzt hatte es einen 3:1-Heimsieg über den 1. VC Norderstedt gegeben. „Wir hatten anfangs Abstimmungsprobleme und gaben dadurch den ersten Satz mit 20:25 ab“, so Gabi Arenkens, Abteilungsleiterin beim Berliner VV. „Und als wir nach einem 25:22 im zweiten Satz dann im dritten Durchgang mit 19:23 hinten lagen, schien Norderstedt der 2:1-Satzführung nahe. Doch dann legte unser Zuspieler eine tolle Aufschlagserie hin, so dass wir noch mit 26:24 gewannen. Damit war der Weg frei zum 3:1-Sieg, der mit einem 25:21 perfekt gemacht wurde.“

Die Abteilungschefin erklärte das „Geheimnis“ beim augenblicklichen Senkrechtstarter so: „Wir haben einen großen Kader und sind fast auf jeder Position gleichwertig doppelt besetzt. Das verschärft schon im Training den Druck und Konkurrenzkampf. Das macht sich dann auch im Spiel bemerkbar.“ Man darf durchaus gespannt sein, wie sich die Premierensaison in der Dritten Liga beim Berliner VV weiterentwickelt.

Eine inzwischen ausgeglichene Bilanz (6:6 Punkte und Platz 4) weist der Nordostdeutsche Vizemeister der letzten Saison, der TKC Wriezen, auf. Die Wriezener feierten ihren dritten Saisonsieg – umjubelt in eigener Halle von rund 200 Fans – mit einem 3:1 (23:25, 25:22, 25:23, 25:16) gegen den KMTV Eagles Kiel II. Auch hier lag der Gastgeber zunächst zurück. „Aber wir schafften es, unsere Anfangsprobleme und damit das ganze Spiel wieder in den Griff zu bekommen“, freute sich Ulf-Michael Stumpe.

Bei den Frauen war Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg (10:2 Punkte) spielfrei, weil er sein Spiel gegen den SV Warnemünde schon am 3. Oktober ausgetragen hatte (3:2). Von den fünf bis dato mit 6:4 Zählern punktgleichen Verfolgern waren mit dem SV Fortschritt Neustadt-Glewe (3:0 gegen 1. VC Norderstedt), dem Berlin-Brandenburger SV (3:0 beim SC Alstertal-Langenhorn) und dem Kieler TV (3:1 gegen WiWa Hamburg) drei Teams siegreich, während Hamburg und Alstertal-Langenhorn durch ihre Niederlagen etwas an Boden einbüßten. Davon profitierte der spielfreie SV Pädagogik Schönebeck, der vom siebenten auf den fünften Platz vorrückte. Schlusslicht bleibt der sieglose 1. VC Norderstedt.

Jürgen Holz, Pressewart DL Nord

 

6. Spieltag: SV Lindow-Gransee ist nicht zu bremsen / VC Potsdam-Waldstadt wegen Nichtantritts bestraft

Der einstige Männer-Zweitbundesligist SV Lindow-Gransee ist derzeit von keinem aufzuhalten. Auch nach fünf Spielen in der neuen Dritten Liga stehen die Schützlinge von Trainer Victor Eras ungeschlagen da. Nach dem überzeugenden 3:0 vor einer Woche gegen den bis dato unbezwungenen VfL Pinneberg feierte Gransee gegen den überraschenden Tabellenzweiten Berliner VV mit dem 3:0 (26:24, 25:21, 25:14) den zweiten Heimerfolg in Serie. „Die Berliner haben lange um den Sieg mitgekämpft“, anerkannte Gransees Teamchef Frank Seeger, „aber im dritten Satz spielten wir optimal. Da hatte der BVV überhaupt keine Chance.“

Da Mitverfolger Pinneberg zu Hause gegen den 1. VC Norderstedt mit 0:3 verlor, änderte sich an der vorderen Tabellensituation nichts: Lindow-Gransee führt mit 10:0 Punkten vor dem BVV und Pinneberg (beide je 8:4). Der TKC Wriezen, der mit 4:4 Punkten eine ausgeglichene Bilanz hatte, quittierte auf eigenem Parkett eine doch unerwartete Niederlage mit 2:3 gegen den Oststeinbeker SV. Es war eine Berg- und Talfahrt der Wriezener nach 23:25, 30:28, 24:26 und 25:13. Gerade der klare vierte Satzgewinn nährte die Hoffnung, auch im Tiebreak als Sieger vom Feld zu gehen – aber es kam mit 13:15 halt anders. "Es war in diesem aggressiven Spiel ein Kampf ohne Ende auf beiden Seiten", urteilte Ulf-Michael Stumpe vom TKC Wriezen. "Im Tiebreak hatten wir es durchaus in der Hand, der Sieger zu sein. Aber dann unterliefen uns in der entscheidenden Phase zwei Eigenfehler, die uns schließllich den Sieg kosteten."

Im einzigen Sonntagspiel sollten sich mit dem KMTV Eagles Kiel II und dem VC Potsdam-Waldstadt zwei punktgleiche Teams (2:6) gegenüberstehen, die bei einem Sieg den Anschluss zum Mittelfeld herstellen würden. Doch wie Potsdams Trainer Gregor Steinke kurzfristig informierte, hat der Verein "aus Krankheitsgründen etlicher Spieler", so der Coach, eine Verlegung des Spiels beantragt. Über diesen Antrag lag zunächst keine Entscheidung des Staffelleiters vor. Inzwischen wurde das Spiel wegen Nichtantritts und damit wegen Verstoßes gegen die Bundesspielordnung mit 3:0 (25:0, 25:0, 25:0) für Kiel gewertet. Die Potsdamer fielen dadurch auf den letzten Tabellenplatz zurück - und am nächsten Spieltag (17. November) empfangen sie den Spitzenreiter SV Lindow-Gransee.

Bei den Frauen bot der 6. Spieltag nur drei Begegnungen, da die Partie 1. VC Norderstedt gegen SG Rotation Prenzlauer Berg (3:0) schon Ende September ausgetragen worden war. Dabei scheiterte Gastgeber SV Warnemünde nach knapp 100 Minuten an VG WiWa Hamburg mit 1:3, während der SV Pädagogik Schönebeck einen 3:0-Heimsieg über den SV Fortschritt Neustadt-Glewe feierte, der damit seine zweite Saisonniederlage kassierte. „Es war eine Topleistung“, schwärmte geradezu überschwänglich Schönebecks Abteilungsleiter Dr. Werner Malchau. „Unsere Mannschaft ist bis ans äußerste Limit gegangen. Sie hat viel, viel Druck mit den Aufschlägen gemacht und damit den Gegner vor Probleme in der Annahme gestellt.“

Im Sonntagspiel trafen der SC Alstertal-Langenhorn (4:4 Punkte) und der Kieler TV (6:2) aufeinander. Die Kielerinnen waren ebenso wie Spitzenreiter Prenzlauer Berg (10:2) erst mit einer Niederlage belastet und wollten diese günstige Tabellensituation natürlich nicht einbüßen. Aber daraus wurde nichts. Die Gastgeberinnen schickten die Kielerinnen mit 3:0 geschlagen vom Feld, so dass Kiel auf den fünften Tabellenrang zurückfiel, punktgleich (6:4) gefolgt von Alstertal-Langenhorn.

Aber dieses Tabellenbild besagt eigentlich gar nichts, denn hinter Prenzlauer Berg (10:2) folgen mit Hamburg, Neustadt-Glewe, Berlin-Brandenburger SC sowie eben Kiel und Alstertal gleich fünf punktgleiche Mannschaft, von denen am nächsten 7. Spieltag Kiel und Hamburg (17. November) sowie Alstertal-Langenhorn und BBSC (18. November) direkt aufeinandertreffen.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

 

5. Spieltag: Lindow-Gransee schlägt im Topduell den VfL Pinneberg mit 3:0

In der Dreifelderhalle von Gransee standen sich am 5. Spieltag im Topspiel der Spitzenreiter SV Lindow-Gransee (8:0 Punkte) und der ebenfalls noch ungeschlagene Tabellenzweite VfL Pinneberg (6:0) gegenüber. Eine Partie, an die beide Seiten große Erwartungen knüpften. Victor Eras, Trainer von Lindow-Gransee, bekannte vor dem Anpfiff: „Pinneberg ist eine Mannschaft, die wir nicht kennen und nicht richtig einschätzen können. Es wird ein harter Brocken. Doch was uns auszeichnet, ist der Wille, Rückstände aufzuholen. Und dann natürlich die Harmonie in der Mannschaft. In den bisherigen Spielen waren unsere Stärken neben dem Zuspiel auch die Annahme.“

Auf Seiten der Gäste aus Schleswig-Holstein blieb man eher zurückhaltend. „Die aktuelle Tabelle ist zwar nett anzusehen, verschiebt aber keinesfalls die Favoritenrolle, die der Ex-Zweitbundesligist Lindow-Gransee einnimmt“, so Pinnebergs Trainer Joachim Müller. Dennoch rechnete sich sein Kapitän Daniel Pötz etwas aus. „Wir gucken mal, was da geht. Wenn wir die Chance haben sollten, etwas mitzunehmen, dann wollen wir das auch tun. Es macht einfach mehr Spaß, wenn man nicht als klarer Favorit in ein Spiel geht.“

Der Spitzenreiter kam schließlich zu einem sicheren und jederzeit verdienten 3:0 (26:24, 25:14, 25:21)-Heimerfolg. Gransees Teamchef Frank Seeger: „Wir haben gegen die anfangs gut blockenden Pinneberger recht nervös begonnen. Aber wir haben uns vom Gegner nicht einschüchtern lassen und unser Spiel durchgezogen. Der dritte Satz war dann wieder so ein typischer Satz von uns, in dem wir uns beinahe wieder mal selbst geschlagen hätten.“

Während Lindow-Gransee seine weiße Weste behielt und als einziger ungeschlagen ist, fiel Pinneberg auf den dritten Tabellenplatz zurück – überflügelt vom Berliner VV, der gegen den KMTV Eagles Kiel II zu einem doch überraschenden 3:2-Auswärtssieg kam. In der wechselvollen Begegnung lag der Nordost-Vertreter zunächst mit 1:2 zurück, wobei beide Satzverluste mit 18:25 und 19:25 ziemlich deutlich ausfielen. Aber dann drehten die Gäste aus Berlin das Match mit zwei imponierenden Satzgewinnen von 25:17 und 15:11 noch um.

Gespannt war man auf das Nordost-Derby zwischen Gastgeber TKC Wriezen und VC Potsdam-Waldstadt. Vor diesmal nur 150 Zuschauern setzte sich Wriezen „mit einem Arbeitssieg“ durch, wie Ulf-Michael Stumpe kommentierte, der in Zahlen gesprochen klar ausfiel: 25:19, 25:22 und 25:20. „Wir haben uns auf uns selbst konzentriert, obwohl der Druck, im zweiten Heimspiel endlich auf eigenem Parkett zu siegen, groß war“, ergänzte Stumpe. Ein wenig irritiert ist der „Macher der Wriezener Volleyballszene“ vom Spielplan: „Nach den zwei Heimspielen folgen nun noch zwei Heimpartien in Folge, also viermal zu Hause in Serie. Das ist schon ein etwas eigenartiger Spielplan.“

Bei den Frauen verteidigte der Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg, der vor einer Woche seine erste Saisonniederlage (1:3 gegen den Berlin-Brandenburger SC) hinnehmen musste, seine führende Position mit einem 3:2 (25:21, 23:25, 25:23, 22:25, 15:12)-Heimsieg über den SV Pädagogik Schönebeck, wobei die Satzstände immer eng waren. „Es war ein hartes Stück Arbeit und nervenaufreibend“, bekannte Prenzlauer Bergs Teamchef Martin Auricht. „Es gewann immer die Mannschaft den Satz, die in diesem Durchgang die wenigsten Eigenfehler beging. Das wechselte sich munter ab.“ Das war auch im Tiebreak so, bei dem zum Seitenwechsel der favorisierte Gastgeber mit 5:8 im Hintertreffen lag. „Aber dann haben wir von simplen Fehlern der Schönebeckerinnen profitiert und selbst weniger Fehler gemacht. Das gab schließlich den Ausschlag.“

Der Berlin-Brandenburger SC, der nach seinem Auswärtssieg vor einer Woche über den Spitzenreiter Prenzlauer Berg als Tabellenzweiter mit großen Hoffnungen zum Tabellendritten SV Fortschritt Neustadt-Glewe gereist war, blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück. Mit dem 0:3 (24:26, 18:25, 19:25) erlitten die Randberlinerinnen ihre zweite Saisonniederlage. Sie können nun erstmal etwas regenerieren, denn am 6. Spieltag sind sie spielfrei.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

4. Spieltag: Nun erwischte es die Frauen aus Prenzlauer Berg

Eine überraschende 1:3-Heimniederlage erlitt am 4. Spieltag im Berlin-Brandenburg-Derby der bislang ungeschlagene Frauen-Spitzenreiter und Ex-Zweitbundesligist SG Rotation Prenzlauer Berg gegen den Berlin-Brandenburger SC. Dabei führten die Prenzelbergerinnen nach dem souveränen ersten Satz mit 25:18, kassierten dann aber mit 25:22, 25:22 und 26:24 drei Satzniederlagen in Folge. „Es war das erwartet schwere Spiel“, kommentierte Prenzlauer Bergs Teamchef Martin Auricht das Geschehen. „Der BBSC war hoch motiviert und stark in der Abwehr, womit er uns den Zahn gezogen hat. Dort hatten wir unsere Schwächen.“ Lange Zeit habe es so ausgesehen, als wäre es eine Partie auf Augenhöhe. „Im vierten Satz lag mal der, mal der mit zwei, drei Punkten vorn, ehe der BBSC mit dem 24:23 vor der Entscheidung stand. Wir konnten den Satzball parieren und zum 24:24 ausgleichen. Aber zu mehr reichte es dann nicht.“ Mit diesem Sieg bleibt der BBSC als Tabellenzweiter (6:2 Punkte) auf Tuchfühlung zum Spitzenreiter Prenzlauer Berg (8:2). Auch der SV Fortschritt Neustadt-Glewe (3:0 beim 1. VC Norderstedt) und der spielfreie Kieler TV (jeweils 4:2 Punkte) bleiben dran.

Überraschend scheiterte der Nordost-Vizemeister SV Pädagogik Schönebeck zu Hause gegen die VG WiWa Hamburg mit 2:3. Zwar konnten die Schönebeckerinnen mit dem 25:12 im vierten Durchgang zum 2:2-Satzgleichstand ausgleichen, aber im Tiebreak geriet die Mannschaft von Trainer Dennis Raab völlig von der Rolle – 6:15! Eine Vorstellung, für die Schönebecks Abteilungsleiter Werner Malchau keine schlüssige Erklärung fand. Jedenfalls wurde die gute Ausgangsposition mit nunmehr 4:4 Punkten und einem Mittelfeldplatz vergeigt.

Bei den Männern trumpft der Nord-Vertreter VfL Pinneberg weiter souverän auf. Mit dem 3:1 zu Hause gegen den KMTV Eagles Kiel II wurde mit 8:0 Punkten die Tabellenspitze vor dem spielfreien SV Lindow-Gransee (6:0) behauptet. Zwischen diesen beiden Spitzenteams kommt es am nächsten Spieltag (3. November) zum direkten Duell bei Lindow-Gransee.

Weiter auf den zweiten Sieg muss der Nordostdeutsche Vizemeister TKC Wriezen warten. Im Nordost-Duell gegen den Berliner VV zogen die Wriezener vor einer Heimkulisse von über 250 Zuschauern mit 1:3 den Kürzeren. „Wir finden trotz vieler individueller Stärken einfach nicht zur Kontinuität im Team. Es hapert an der Feinabstimmung“, beschreibt Ulf-Michael Stumpe die Probleme der Wriezener. „Doch wenn wir nicht Vollgas geben, bekommt der Gegner Auftrieb. Wir schlagen uns oft selbst.“

Aufatmen bei Trainer Gregor Steinke und seinem Team vom VC Potsdam-Waldstadt, der zu Hause nach großem Kampf den Oststeinbeker SV mit 3:2 niederrang. Dabei wurde die 2:0-Satzführung (25:22, 25:17) noch verspielt (21:25, 20:25), so dass es noch eine Zitterpartie wurde, in der die Potsdamer im Tiebreak mit 15:13 am Ende auf der glücklicheren Seite standen. Nun müssen sie am nächsten Spieltag (3. November) zum TKC Wriezen reisen, der vor seinen begeisternden Fans endlich einen Heimsieg feiern möchte.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

 

3. Spieltag: Die Zweitbundesligisten marschieren vorneweg

Die Premierensaison in der Dritten Liga ist noch jung, so dass verlässliche Aussagen logischerweise noch nicht getroffen werden können. Nur so viel dürfte schon jetzt feststehen: Die beiden Zweitbundesligisten SV Lindow-Gransee (Männer) und SG Rotation Prenzlauer Berg (Frauen), die aus dem Nordost-Bereich in die neue Dritte Liga gerückt sind, werden ein entscheidendes Wort bei der Titelvergabe mitsprechen.

Die Männer von Lindow-Gransee legten einen optimalen Start hin und stehen mit 6:0 Punkten und 9:1 Sätze ganz eindrucksvoll an der Tabellenspitze. Zuletzt bekam der bislang sieglose Nord-Vertreter SV Warnemünde beim 0:3 in eigener Halle die Spielstärke des Favoriten zu spüren. 19 – 18 – 14 Punkte – das war die Ausbeute der Männer von der Ostsee. Mehr ließ der Tabellenführer nicht zu. Aber auch der VfL Pinneberg (8:0 Punkte / 9:5 Sätze) gibt sich keine Blöße. Zu Hause gegen den Nordostdeutschen Vizemeister TKC Wriezen wurde zwar der erste Satz mit 20:25 abgegeben, aber dann machte Pinneberg den Heimsieg klar, wobei die zwei 25:23-Satzgewinne verdeutlichten, dass die Brandenburger dem Nord-Vertreter das Feld alles andere als kampflos überlassen haben.

Mit einiger Spannung wurde am 3. Spieltag dem nordostdeutschen Duell zwischen dem Berliner VV und dem VC Potsdam-Waldstadt entgegengesehen. Die beiden Teams hatten die vergangene Saison in der Regionalliga Nordost mit unterschiedlichem Erfolg abgeschlossen: Potsdam-Waldstadt mit 22:14 Punkten als Meisterschaftsvierter, der Berliner VV mit genau umgekehrtem Punktverhältnis (14:22) als Sechster und damit Drittletzter. Von daher hatte es einigermaßen überrascht, dass sich der BVV überhaupt für die neue Dritte Liga entschied. Nun gab es für den BVV im dritten Saisonspiel den zweiten Sieg beim 3:0 gegen den VC Potsdam-Waldstadt. Knackpunkt der Begegnung war der zweite Satz, den Gastgeber BVV mit 26:24 für sich entscheiden konnte. „Wir haben in diesem Satz viele Aufgaben verschlagen und uns damit selbst einige Probleme bereitet“, schilderte BVV-Abteilungsleiterin Gabi Arenkens. Beim 23:20-Vorteil und vor allem beim 24:22-Stand schien das Match für die Berliner gelaufen. Doch der Satzball wurde vergeben, und die Potsdamer, die nun Oberwasser bekamen, erkämpften das 24.24. „Wir waren dann aber nervenstark genug, um den Satz zu gewinnen“, lobte die Abteilungschefin ihre Mannschaft. Dabei verwies sie vornehmlich auf den Diagonalangreifer Mattheus Dudsiak. Der gebürtige Pole, der erst letzte Saison zum Berliner VV gekommen war, wurde schließlich auch als „Bester Spieler des Tages“ ausgezeichnet.

Mit nunmehr 4:2 Punkten rückte der BVV sogar auf den dritten Tabellenrang vor, während der VC Potsdam-Waldstadt mit der zweiten Saisonniederlage Vorletzter ist, gefolgt vom Schlusslicht SV Warnemünde (0:6). Potsdams Trainer Gregor Steinke hatte angesichts des Umbruchs in der Mannschaft mit vier neuen Spielern, darunter drei 17-Jährige, von „Geduld“ gesprochen. Aber die kann bekanntlich schnell aufgebraucht sein, wenn erst mal das Abstiegsgespenst umgeht.

Beim Frauen-Spitzenreiter SG Rotation Prenzlauer Berg wird man auch nach dem vierten Sieg in Serie nicht übermütig. „Wir hatten auch nicht erwartet, dass wir gegen den SC Alstertal-Langenhorn, in dessen Reihen einige bundesligaerfahrene Spielerinnen stehen, so leichtes Spiel haben würden“, meinte Prenzlauer Bergs Teamchef Martin Aurich. „Nur der erste Satz war lange offen. Hier gab es phasenweise lange und gute Ballwechsel, ehe wir mit 25:23 vorn lagen. Aber danach hatten wir mit 25:15 und 25:14 das Geschehen eindeutig in der Hand. Mit unseren taktisch klugen Aufschlägen brachten wir den Gegner immer wieder in Verlegenheit.“

Hinter Prenzlauer Berg folgt ein punktgleiches Quartett (4:2), darunter der SV Pädagogik Schönebeck und der zuletzt spielfreie Berlin-Brandenburger SC, der am nächsten Spieltag (27. Oktober) im Berlin-Brandenburg-Duell auf den Spitzenreiter trifft. Schönebeck feierte nach dem 3:0 zuletzt im ersten Heimspiel gegen das sieglose Schlusslicht SV Norderstedt nunmehr den zweiten Saisonerfolg ebenfalls mit 3:0 beim SV Warnemünde. Dort ist nach der dritten Saisonpleite offensichtlich Ernüchterung eingezogen. Die Spielerinnen vom Ostseestrand meinte unisono: „Es herrschte bei uns viel Chaos auf dem Feld. So kann man nicht gewinnen.“

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

 

2. Spieltag: Prenzelbergerinnen weiter ungebremst

In einem vorgezogenen Spiel der Frauen vor einer Woche kam die SG Rotation Prenzlauer Berg zu einem souveränen 3:0-Auswärtssieg gegen den 1. VC Norderstedt, wobei der Nordvertreter seine zweite 0:3-Schlappe kassierte. Der Ex-Bundesligist aus Berlin gab bei seinem zweiten Saisonsieg (zuvor 3:1 gegen SV Fortschritt Neustadt-Glewe) lediglich 34 Punkte ab. Die Mannschaft unter Trainer Mark Zuckermann ist gegenüber der vergangenen Zweitligasaison total umgekrempelt. "Vom Team der zweiten Bundesliga ist keine Spielerin mehr dabei. Die Mannschaft setzt sich nunmehr aus Spielerinnen aus der Berlin-Liga, die vergangenen Saison Berliner Meister geworden war, und einigen Mädchen aus zweiten Vereinsmannschaft zusammen, die in der Regionalliga spielt. Das Durchschnittsalter liegt etwa bei 20 Jahren", beschreibt Teamchef Martin Auricht die Situation. "Wir wollen unbedingt oben mitspielen. Was am Ende dabei herauskommt, bleibt abzuwarten", so Auricht weiter.

Vier Tage später bauten die Frauen aus Prenzlauer Berg die Tabellenspitze mit einem hart umkämpften 3:2-Heimsieg über den bis dato sieglosen Nordvertreter SV Warnemünde (zum Saisonauftakt 1:3 zu Hause gegen den SC Alstertal-Langenhorn) weiter aus. Prenzlauer Berg beeindruckte mit guten Annahmen und einem variablen Angriffsspiel und lag nach 25:15 und 25:23 schon mit 2:0 in Front. Doch danach übernahmen die Gäste aus Warnemünde das Zepter und schafften mit dem umkämpften 27:25-Satzgewinn den 1:2-Anschluss und mit etwas Glück nach einem 25:23 sogar den 2:2-Satzgleichstand, wobei sie fortan verletzungsbedingt auf ihren Kapitän verzichten mussten. Im Tiebreak war bei Warnemünde die Konzentration weg. Prenzlauer Berg führte zum Seitenwechsel schon mit 8:2, später mit 14:6 und siegte schließlich überlegen mit 15:8.

Drittes Saisonspiel - dritter Sieg. "Wir müssen auf den Boden der Tatsachen bleiben. Drei Siege machen uns nicht zum Titelkandidaten", so Prenzlauer Bergs Trainer Mark Zuckermann. Er verweist auf die nächsten schweren Gegner in eigener Halle: am 21. Oktober gegen den SC Alstertal-Langenhorn mit bundesligaerfahrenen Spielerinnen und am 27. Oktober im Berlin-Derby gegen den Berlin-Brandenburger SC.

Bei den beiden nächsten Gegnern der Prenzelbergerinnen wechselten sich Hoch und Tief ab. Alstertal-Langenhorn feierte beim 3:2 zu Hause über VG WiWa Hamburg den zweiten Saisonsieg und ist der einzige ungeschlagene Verfolger von Prenzlauer Berg. Der Berlin-Brandenburger SC, der eine 1:3-Heimniederlage gegen SV Warnemünde kassierte, ist aber Tabellendritter. "Wir haben einfach zu durchsichtig gespielt", machte Udo Wandtke vom BBSC als Ursache für die Niederlage aus, verwies aber auch darauf, dass nur noch sechs Spielerinnen aus der letzten Regionalligasaison dabei sind und die sechs Neuen (darunter zwei vom Regionalmeister SC Potsdam II) erst noch richtig Fuß fassen müssen.

Den ersten Saisonsieg fuhr der SV Pädagogik Schönebeck im ersten Heimspiel beim 3:0 über den SV Norderstedt ein. Auch Schönebecks Team steht im Umbruch mit der Eingliederung von gleich sechs neuen Spielerinnen, wobei drei aus dem eigenen Nachwuchs und zwei vom USC Magdeburg kommen. "Manchmal kam wieder der Schlendrian durch", kritisierte Schönebecks Abteilungsleiter Werner Malchau, "was auch ins Auge hätte gehen können."

Bei den Männern standen sich schon vor einer Woche in einem ebenfalls vorgezogenen Spiel der zweiten Runde die beiden zum Auftakt sieglosen Teams mit dem Nordostvertreter Berliner VV und dem Nordvertreter Oststeinbeker SV gegenüber. Der Berliner VV setzte sich schließlich überlegen mit 3:0 gegen die Gäste durch. "Die Art und Weise unseres Sieges hat uns selbst überrascht", meinte Gabi Arenkens, Abteilungsleiterin beim BVV. "Wir haben in allen drei Sätzen gleich deutlich vorgelegt und sind dann von den Oststeinbekern nicht mehr herausgefordert worden. Dabei hat sich gezeigt, dass wir uns positiv mit einem neuen Libero, zwei Rückkehrern im Mittelblock und einem Außenangreifer verstärkt haben, der letzte Saison noch beim SV Lindow-Gransee gespielt hat. Der Sieg war wichtig, um nicht den Anschluss nach vorn zu verlieren."

An der Spitze liegen mit 4:0 Punkten der Ex-Bundesligist SV Lindow-Gransee (3:0 zu Hause gegen 1. VC Norderstedt) und der VfL Pinnberg (3:2 beim VC Potsdam-Waldstadt). Frank Seeger, Abteilungsleiter bei Lindow-Gransee, freute sich über den optimalen Saisonstart. "Wir wollen unter den ersten vier Mannschaften liegen", beschreibt er das Saisonziel. "Den Heimsieg haben wir aber auch den rund 200 Fans zu verdanken, die die Mannschaft in schwierigen Situationen nach vorn getrieben hat."

Dagegen war der Saisoneinstieg für den Nordost-Vertreter VC Potsdam-Waldstadt mit der 2:3-Heimniederlage gegen Pinneberg nicht so optimal. "Ich bin sogar ein bisschen enttäuscht", gestand Trainer Gregor Steinke. "Denn nachdem wir den 1:2-Satzrückstand aufgeholt hatten, führten wir im Tiebreak schon mit 14:12 - und hatten mit 14:16 das Nachsehen. Schade für die Mannschaft." Dabei sprach der Coach auch von "Geduld", die man angesichts des umformierten Teams haben müsse. "Nach drei Abgängen rückten vier neue Spieler auf, darunter gleich drei 17-Jährige. Sie sind groß und talentiert, so dass es Sinn macht, sie in der Dritten Liga einzusetzen. Aber wie gesagt: Ein bisschen Geduld auf allen Seiten wird schon nötig sein, damit sie in dieser neuen Herausforderung wachsen."

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord

1. Spieltag: Beide Ex-Bundesligisten mit Siegen beim Saisonstart

Die neu gegründete Dritte Liga startete am Wochenende in ihre Premierensaison. In der Nordstaffel, die sich aus den Regionalbereichen Nordost und Nord rekrutiert, feierten vor allem die Nordost-Vertreter Auftaktsiege. Bei den Männern waren mit dem Ex-Bundesligisten SV Lindow-Gransee (3:1 beim Oststeinbeker SV) und dem TKC Wriezen (3:1 beim SV Warnemünde) zwei der drei Teams gleich auswärts erfolgreich. Der vierte Vertreter VC Potsdam-Waldstadt war in dem Neunerfeld spielfrei. Eine knappe Niederlage kassierte der Berliner VV (2:3 beim VfL Pinneberg). Bei den Frauen setzten sich der Ex-Bundesligist SG Rotation Prenzlauer Berg (3:1 zu Hause gegen den SV Fortschritt Neustadt-Glewe) und der Berlin-Brandenburger SC (3:0 beim 1. VC Norderstedt) durch. Das dritte Nordost-Team in dem ebenfalls aus neun Mannschaften bestehenden Feld, der SV Pädagogik Schönebeck, der Vizemeister der letzten Regionalligasaison, unterlag beim Kieler TV mit 1:3.

Beim Zweitliga-Absteiger Lindow-Gransee strahlte man nach dem deutlichen und verdienten 3:1-Auswärtssieg. Das erste Spiel in einer veränderten Mannschaftsformation in einer neu gebildeten Spielklasse gegen einen unbekannten Gegner - da habe es vor dem Anpfiff viele Fragezeichen gegeben, meinte Trainer Victor Eras und Co-Trainer Mirko Heine unisono. Doch diese Fragezeichen lösten sich schon nach den ersten zehn Minuten in der Oststeinbeker Halle auf. Mit druckvollen Aufschlägen und vielen schnellen Spielzügen gelang es fast durchgängig, den Gastgeber auf Distanz zu halten. Sowohl René Einbrodt, der am Mittwoch seinen 23. Geburtstag begeht, als auch der noch 17-jährige Wito Krüger überzeugten bei ihrem ersten Einsatz über die gesamte Spieldauer. Erster Heimgegner ist nun am zweiten Spieltag am 6. Oktober der 1. VC Norderstedt - der erste Spitzenreiter nach dem 3:0-Heimerfolg über die aus einer Fusion hervorgegangene Mannschaft des KMTV Eagles Kiel II.

Auch bei den Frauen startete der Zweitligist der letzten Saison, die SG Rotation Prenzlauer Berg, erfolgreich in die neue Saison. Von der Mannschaft, die sich aufgrund des Sponsorenrückzuges freiwillig in die Dritte Liga hat einreihen lassen, ist allerdings überhaupt keine Spielerin mehr dabei. Die meisten von ihnen haben den Verein verlassen oder aufgehört. Zwei spielen derzeit in der zweiten Mannschaft des Vereins in der Regionalliga Nordost. "Vielleicht", so meinte Abteilungsleiter Klaus Helmke hoffend, "kehrt irgendwann die eine oder andere Spielerin wieder zu uns zurück." Angesichts des radikalen Umbruchs ist der 3:1-Heimerfolg über den Nord-Vertreter Neustadt-Glewe umso bemerkenswerter, zumal in den drei Gewinnsätzen mit 25:19, 25:19 und 25:17 der Gegner deutlich in Schach gehalten wurde.

Erster Spitzenreiter bei den Frauen ist der Berlin-Brandenburger SC dank des überzeugenden 3:0-Auswärtssieges gegen den 1. VC Norderstedt. Nur 43 Ballpunkte wurden dem Gegner gestattet - das sagt genug über die Überlegenheit der Randberlinerinnen aus, deren nächster Heimgegner der SV Warnemünde ist.

Jürgen Holz,

Pressewart DL Nord