Spielberichte 2013-2014

Abschluss der Hinrunde: Männer der TSGL Schöneiche und Frauen von SV Fortschritt Neustadt-Glewe gehen ungeschlagen in die Winterpause

Berlin (20. Dezember 2013). Die Dritte Liga Nord hat die Hinrunde beendet und ist mit dem Spieltag am vergangenen Wochenende in die Winterpause gegangen, wobei die Frauen mit ihrer Neunerstaffel bereits am 11./12. Januar 2014 wieder aufs Parkett zurückkehren, während das nur acht Mannschaften umfassende Feld der Männer noch eine Woche mehr bis zum 18./19. Januar pausiert.

Aus Sicht der nordostdeutschen Teams ist der bisherige Saisonverlauf im zweiten Jahr der Dritten Liga mehr als erfreulich. Bei den Männern liegt ein Nordost-Trio vorn, angeführt von der TSGL Schöneiche, die sich zum Ende der Saison 2012/2013 freiwillig aus der 2. Bundesliga Nord zurückgezogen hatte und nun ungeschlagen an der Tabellenspitze rangiert: Sieben Spiele, sieben Siege und 21:3 Sätze – diese Bilanz kann sich sehen lassen. Doch so mühelos, wie es sich auf den ersten Blick scheint, war es dann doch nicht. So musste Schöneiche zum Jahresabschluss ganz schön zittern, um auswärts den Tabellensechsten VC Potsdam-Waldstadt mit 3:1 zu besiegen. „Ein hartes Stück Arbeit“, konstatierte TSGL-Erfolgstrainer Jürgen Treppner, obwohl er auf den kompletten Kader zurückgreifen konnte. Bevor der Spitzenreiter nun in die verdiente Winterpause geht, stand noch ein Weihnachtsturnier an diesem Freitagabend in der Dorfaue auf dem Programm, mit der Jugend der TSGL organisiert.

Mit zwei Niederlagen in sieben Spielen belastet ist TKC Wriezen fünf Punkte hinter Schöneiche der erste Verfolger. Für die Wriezener dürfte zwar der Titelgewinn angesichts der Dominanz von Schöneiche in weiterer Ferne liegen, aber es sieht ganz danach aus, als strebe Wriezen die erfolgreichste Saison an, die mit der Vizemeisterschaft in der dritthöchsten deutschen Spielklasse enden könnte. Nicht ohne Stolz verweist Wriezen darauf, dass Anfang Dezember im letzten Heimspiel dieses Jahres in einem mitreißenden Spitzenspiel dem ungeschlagenen Tabellenführer Schöneiche ein 2:3 abgerungen und damit ein Punkt abgenommen wurde. Das war keinem anderen Drittligisten gelungen!

Der Berliner Volleyballverein Vorwärts, der letzte Saison sensationell Vizemeister geworden war, liegt als Tabellendritter bereits acht Punkte hinter Schöneiche, aber nur drei Punkte hinter Wriezen, so dass in den sieben Partien der Rückrunde noch alles drin ist. Das Abschneiden verblüfft insofern, als vor dem Saisonstart auf der Homepage des Vereins das Saisonziel „Klassenerhalt“ formuliert wurde, obwohl die Mannschaft größtenteils zusammengeblieben ist und die Abgänge (Vereinswechsel, Studium, Beruf) kompensiert werden konnten. Noch ist auf den Plätzen zwei und drei nichts entschieden!

Der Vierte im Bunde der Nordost-Vertreter ist der VC Potsdam-Waldstadt, der letzte Saison als Achter lange Zeit gegen den Abstieg kämpfte und jetzt als Sechster die am schlechtesten platzierte Mannschaft aus dem nordostdeutschen Regionalbereich ist. Aber immerhin: Mit acht Punkten (gleichauf mit dem Vorletzten VfL Pinneberg) haben die Waldstädter einen satten 7-Punkte-Vorsprung auf das Schlusslicht Oststeinbeker SV. Somit dürfte das Thema Abstieg keines für den VC Potsdam-Waldstadt sein.

Ein wenig unerwartet kommt der Auftritt des Nord-Vertreters SV Warnemünde, der zur „Halbzeit“ auf dem vierten Rang liegt. Die Premierensaison in der Dritten Liga hatte Warnemünde im letzten Frühjahr als Neunter abgeschlossen. Dennoch musste der Tabellenletzte nicht in die Regionalliga Nord zurückkehren, weil der KMTV Eagles Kiel II seine Mannschaft zurückgezogen und es auch keine Aufsteiger aus den Regionalbereichen Nordost und Nord gegeben hatte. Nun scheint es, als belohne sich der SV Warnemünde mit dem sprichwörtlichen Glück des Tüchtigen.

Bei den Frauen ist es wahrlich keine Sensation, dass der Vorjahrsmeister SV Fortschritt Neustadt-Glewe einmal mehr so dominant auftrumpft. Der stark besetzte Nord-Vertreter mit Spielerinnen, die teilweise Bundesliga-Erfahrung besitzen, hatte auf sein Aufstiegsrecht in die 2. Bundesliga Nord verzichtet. Der Titelverteidiger gab in der ersten Halbserie in acht Spielen einen einzigen Satz ab: im dritten Saisonspiel Anfang November beim 3:1-Heimsieg gegen den Aufsteiger Lübecker TS, der im zweiten Satz ein 26:24 erkämpfte. Es gehört wenig prophetische Gabe dazu, vorauszusagen, dass Neustadt-Glewe auf dem Weg zum ungehinderten Durchmarsch ist.

Unmittelbar hinter Neustadt-Glewe, der mit einem Vorsprung von sechs Punkten in die Winterpause geht, haben sich gleich drei der vier Nordost-Vertreter platziert. Eine frappierende Saison in der Dritten Liga spielen dabei der Aufsteiger VSV Grün-Weiß 78 Erkner und der Neuling Köpenicker SC Berlin II, der nach einer regelkonformen Spielrechtsübertragung den Platz der SG Rotation Prenzlauer Berg (letzte Saison Vierter) einnimmt. Das junge Team des KSC II konnte bis zum sechsten Spieltag fast durchweg den zweiten Tabellenplatz behaupten und rutschte erst zum Abschluss der Hinrunde durch die 2:3-Heimniederlage gegen den Lübecker TS auf den dritten Rang ab und liegt nun zwei Punkte hinter Erkner.

Grün-Weiß Erkner hatte zuvor zwei Jahre lang in der Regionalliga Nordost gespielt und schaffte letzte Saison mit einem dritten Platz den Aufstieg in die Dritte Liga Nord. „Wir wissen, dass wir eine schwere Aufgabe vor uns haben“, hatte Spielführerin Ulrike Jung vor Saisonstart gesagt, „aber wir haben uns gezielt auf die Herausforderung vorbereitet und verstärkt an Kraft, Ausdauer und Angriffskombinationen gearbeitet. Wir hoffen, den einen oder anderen Gegner ein wenig ärgern zu können.“ Das gelang erstaunlich oft, denn den sechs Siegen stehen nur zwei 0:3-Niederlagen gegen Neustadt-Glewe und den KSC II gegenüber.

Beim Tabellenvierten Berlin-Brandenburger SC war mit Saisonbeginn eine völlig neue Situation eingetreten. Die von Daniel Bratschke trainierte Mannschaft aus der Vorsaison (Platz 3) bestand de facto nicht mehr. Nach etlichen Querelen ging die Mannschaft auseinander, und lediglich eine Spielerin war noch geblieben. Der BBSC-Trainer setzte „auf die Bereitschaft des neuen Kaders, am gemeinsamen Konzept mitzuarbeiten“. So gesehen ist die Bilanz mit fünf Siegen und drei Niederlagen wohl eher positiv zu bewerten, so dass ein guter Mittelfeldplatz am Ende durchaus realistisch ist.

Alles andere als zufrieden ist hingegen der SV Pädagogik Schönebeck, der die vorige Saison noch als Sechster abgeschlossen hatte, nun aber als Achter und Vorletzter gegen den Abstieg kämpft. Vom ersten Spieltag an durchweg Schlusslicht konnte Schönebeck erst zum Abschluss der Hinrunde mit einem 3:0-Heimsieg über den SV Warnemünde die „Rote Laterne“ an Warnemünde abgeben. Kündigt sich mit dem zweiten Saisonsiege eine Wende zum Besseren an? Schönebecks Abteilungsleiter Dr. Werner Malchau hofft es zwar, ist aber angesichts der Umstände eher skeptisch. Jedenfalls wird es Trainer Dennis Raab nicht leicht haben, den durch Schwangerschaft und Studium sportlich ausgedünnten Kader so zu motivieren, dass das Primärziel Klassenerhalt tatsächlich erreicht wird.

Jürgen Holz,

Regionalpressewart Nordost

 

Mit zahlreichen Veränderungen in die neue Drittligasaison

Berlin (17. Oktober 2013). Die Dritte Liga Nord ist fast unbemerkt bereits am 5. Oktober mit dem ersten Spieltag der Frauen in die neue Saison gestartet. Die Männer vollziehen erst an diesem Wochenende (19. Oktober) den Saisonauftakt. In der nur acht Mannschaften umfassenden Männerstaffel – in der Premierensaison waren es neun Teams - sind aus dem nordostdeutschen Regionalbereich mit der TSGL Schöneiche, die sich freiwillig aus der 2. Bundesliga Nord zurückgezogen hat, dem vorjährigen Überraschungs-Vizemeister Berliner Volleyballverein Vorwärts, TKC Wriezen (zuletzt 5.) und VC Potsdam-Waldstadt (8.) vier Vertreter dabei. Das Feld komplettieren die vier Nord-Vertreter VfL Pinneberg (letzte Saison 3.), 1. VC Norderstedt (4.), Oststeinbeker SV (7.) und SV Warnemünde (9.). Da der KMTV Eagles Kiel II seine Männermannschaft zurückgezogen hatte und es auch keine Aufsteiger aus Nordost und Nord gegeben hat, verblieb der Tabellenletzte Warnemünde in der dritthöchsten deutschen Spielklasse.

Auftaktspiele am 19. Oktober: BVV – Wriezen, Oststeinbek – Norderstedt, Schöneiche – Pinneberg, Potsdam-Waldstadt – Warnemünde.

Bei den Frauen spielen wie in der Vorsaison neun Mannschaften: aus dem nordostdeutschen Regionalbereich Berlin-Brandenburger SC (letzte Saison 3.) und SV Pädagogik Schönebeck (6.) sowie Aufsteiger VSV Grün-Weiß 78 Erkner. Den Platz der SG Rotation Prenzlauer Berg Berlin (zuletzt 4.) nimmt nach einer regelkonformen Spielrechtsübertragung der Köpenicker SC Berlin II ein. Als Nord-Vertreter sind Vorjahrsmeister SV Fortschritt Neustadt-Glewe, der von seinem Aufstiegrecht in die 2. Bundesliga Nord keinen Gebrauch gemacht hat, VG WiWa Hamburg (zuletzt 5.) und SV Warnemünde (8.) sowie die beiden Aufsteiger Lübecker TS und Wiker SV dabei.

In der zweigeteilten ersten Spielrunde der Frauen hatten sich Titelverteidiger Neustadt-Glewe gegen den Neuling Wiker SV mit 3:0, der Neuling KSC Berlin II zu Hause gegen Warnemünde mit 3:1 und Hamburg überraschend deutlich in eigener Halle gegen Schönebeck mit 3:0 durchgesetzt. Unerwartet siegte der Neuling Lübeck im Heimspiel gegen den Berlin-Brandenburger SC ebenfalls mit 3:0. Für die Schönebeckerinnen unter Trainer Dennis Raab ist das Primärziel dieser Saison der Klassenerhalt, was der Saisonauftakt einmal mehr deutlich gemacht hat.

Beim BBSC unter Trainer Daniel Bratschke ist eine völlig neue Situation eingetreten. Die Mannschaft aus der Vorsaison besteht de facto nicht mehr, nachdem Team und Trainer „über Kreuz“ lagen. Der Vereinsvorstand stellte sich eindeutig hinter den Coach, woraufhin etliche Spielerinnen den Verein verließen. Nur noch eine Spielerin aus der letzten Saison ist geblieben. Nun hofft der BBSC, im Heimspiel am Sonntag im Duell der beiden Auftaktverlierer gegen Warnemünde zu punkten. „Mit Sicherheit und Selbstvertrauen gegen die Ostseewellen“ – so titelte der BBSC auf seiner Homepage die Vorschau auf dieses erste Heimspiel der Saison. „Das Team hat in den letzten beiden Wochen diszipliniert trainiert“, lobt der BBSC-Trainer und hebt „die Aufnahmefähigkeit und Bereitschaft der Spielerinnen an den Konzepten mitzuarbeiten sowie den Einsatz im Athletiktraining“ hervor. Eine gute Voraussetzung also, um am Ende in der Tabelle weiter vorn zu stehen.

Aufsteiger VSV Grün-Weiß 78 Erkner muss sich noch bis zum 27. Oktober gedulden, bis es für das Team um Trainer Jürgen Treppner in der Dritten Liga losgeht. Für die Mannschaft ist alles neu. Nachdem die Frauen aus Erkner zwei Jahre in der Regionalliga Nordost spielten, schafften sie in der vergangenen Saison mit einem dritten Tabellenplatz den Aufstieg in die Dritte Liga Nord. Dort erwarten sie unbekannte Mannschaften, anspruchsvollere Spiele, weite Wege sowie ein erhöhter organisatorischer und finanzieller Aufwand für den Verein. Doch man wolle sich „der Herausforderung mit frischer Motivation und Kampfgeist“ stellen. „Wir wissen, dass wir eine schwere Aufgabe vor uns haben“, sagt Spielführerin Ulrike Jung, „aber wir haben uns seit Juli gut auf die kommende Saison vorbereitet und verstärkt an Kraft, Ausdauer und Angriffskombinationen gearbeitet. Wir hoffen, dass wir den einen oder anderen Gegner ein wenig ärgern können.“ Ob dies ausgerechnet im ersten Punktspiel in eigener Halle gelingt, wird sich zeigen. Denn Gegner ist Vorjahrsmeister Neustadt-Glewe, der sich auf viele Spielerinnen mit Erfahrung aus der 2. Bundesliga stützen kann. Ein schwerer Einstand für Erkner in die neue Saison in einer neuen Liga.

Spiele am 19./20. Oktober: KSC Berlin II – Hamburg, Wiker SV – Lübeck, BBSC – Warnemünde.

Noch ein abschließendes Wort zu einer Veränderung: Im Gegensatz zur vorigen Saison wird auf der Nordost-Homepage nicht mehr von Spieltag zu Spieltag der Dritten Liga aktuell berichtet, nachdem der Pressewart der Dritten Liga Nord, Jürgen Holz, seine Funktion an den Nord-Pressewart Gerd Kluge abgegeben hat. Dennoch werden wir natürlich weiterhin über das Geschehen der Dritten Liga informieren, wobei die Vereine Infos per E-Mail an Jürgen Holz unter holz.volleyball@web.de senden können.

Jürgen Holz,

Regionalpressewart Nordost