Spielberichte 2014-2015

Dritte Liga Nord: Staffelbesetzungen für die Saison 2014/2015 stehen fest

Bei den Männern haben neun Mannschaften gemeldet / Bei den Frauen werden voraussichtlich elf Mannschaften spielen / Als 12. Team könnte der Kieler TV hinzukommen, wenn die DVL keine Bundesligalizenz erteilt

Wie Heino Oje, Vorsitzender des Ausschusses der Dritten Liga Nord, informierte, sind die Staffelbesetzungen für die neue Saison 2014/2015 geklärt. Danach gehen bei den Männern neun Mannschaften (im Vorjahr acht) in die dritte Saison der DL Nord. Hier hat sich der VC Potsdam-Waldstadt aus personellen Gründen zurückgezogen und wird künftig wieder in der Regionalliga Nordost spielen. Da aus der 2. Bundesliga Nord kein Team in die DL Nord kommt und der Meister TSGL Schöneiche auf einen Aufstieg verzichtete, konnte der Oststeinbeker SV als Achter und eigentlich regulärer Absteiger in der dritthöchsten deutschen Spielklasse verbleiben. Hinzu gekommen sind als Aufsteiger der nordostdeutsche Regionalmeister USC Magdeburg und der VC Olympia 93 Berlin II mit Sonderspielrecht.

Bei den Frauen, wo Meister SV Fortschritt Neustadt-Glewe sein Aufstiegsrecht in die 2. Bundesliga Nord nicht in Anspruch nahm, ist mit einem Teilnehmerfeld von elf Mannschaften (letzte Saison neun) zu rechnen. Als 12. Mannschaft könnte der Kieler TV als regulärer zweiter Absteiger aus der 2. Bundesliga Nord hinzukommen. Kiel hat bei der DVL einen Lizenzantrag für die 2. Bundesliga gestellt, über den zur Stunde aber noch keine Entscheidung gefallen ist. Alle Spielplanungen werden vorsorglich mit dem Kieler TV vorgenommen, so Heino Oje. Im Falle einer Lizenzerteilung von Kiel für die 2. BL hätte der am jeweiligen Spieltag geplante Gegner spielfrei.

Neulinge in der DL Nord sind der TV Fischbek (als VT Aurubis Hamburg II regulärer erster Absteiger aus der 2. Bundesliga Nord), der als Spielgemeinschaft Hausbruch-Neugraben.Fischbek (SG HNF) eingereiht wird, sowie die beiden Aufsteiger Eimsbütteler TV als Meister der RL Nord und VSV Havel Oranienburg als Vizemeister der RL Nordost und schließlich der VC Olympia 93 Berlin II mit Sonderspielrecht. Neben dem SV Warnemünde musste auch der SV Pädagogik Schönebeck als zweiter Absteiger die DL Nord verlassen. Angesichts der Staffelmeldungen konnten die am Aufstieg interessierten Frauen des Vizemeister SC Alstertal-Langenhorn als zweiter Aufsteiger aus der RL Nord nicht berücksichtigt werden.

Somit sehen die Staffelbesetzungen in der Dritten Liga Nord für die Saison 2014/2015 folgendermaßen aus:

Männer

TSGL Schöneiche (1. DL Nord)

TKC Wriezen (2. DL Nord)

Berliner VV (3. DL Nord)

SV Warnemünde (4. DL Nord)

VfL Pinneberg (5. DL Nord)

1. VC Norderstedt (6. DL Nord)

VC Potsdam-Waldstadt (7. DL Nord)

USC Magdeburg (Aufsteiger RL Nordost)

VC Olympia 93 Berlin II (Sonderspielrecht)

Frauen

evtl. Kieler TV (2. Absteiger 2. BL Nord – Lizenzantrag für 2. BL)

TV Fischbek (SG HNF – als VT Aurubis Hamburg II 1. Absteiger 2. BL Nord)

SV Fortschritt Neustadt-Glewe (1. DL Nord)

Köpenicker SC Berlin II (2. DL Nord)

VSV Grün-Weiß Erkner (3. DL Nord)

Wiker SV (4. DL Nord)

Berlin-Brandenburger SC (5. DL Nord)

VG WiWa Hamburg (6. DL Nord)

Lübecker TS (7. DL Nord)

VSV Havel Oranienburg (Aufsteiger RL Nordost)

Eimsbütteler TV (Aufsteiger RL Nord)

VC Olympia 93 Berlin II (Sonderspielrecht)

Jürgen Holz, stellvertretender Pressewart DL Nord

 

Dritte Liga Nord: Klar oder unklar? Bis zum 2. Mai fallen alle Entscheidungen

Die zweite Saison der Dritten Liga Nord ist seit gut zwei Wochen beendet. Hinsichtlich der sportlichen Bilanz der zurückliegenden Saison 2013/2014 bleibt festzuhalten: Einmal mehr dominierten bei den Männern im Feld der lediglich acht Mannschaften die Teams aus den nordostdeutschen Regionalbereich. Mit der TSGL Schöneiche, die sich freiwillig aus der 2. Bundesliga Nord zurückgezogen hatte, TKC Wriezen und dem vorjährigen Vizemeister Berliner VV belegten sie die ersten drei Plätze. Bemerkenswert dabei: Schöneiche gelang der Durchmarsch mit 14 Siegen in 14 Spielen und lediglich sechs Verlustsätzen. Der vierte Nordost-Vertreter VC Potsdam-Waldstadt wurde Vorletzter.

Bei den Frauen beherrschte im Neunerfeld der Vorjahrsmeister SV Fortschritt Neustadt-Glewe die Szenerie mit 15 Siegen in 16 Spielen und einem Satzstand von 47:7. Mit dem Köpenicker SC Berlin II, der nach einer Spielrechtsübertragung den Platz der SG Rotation Prenzlauer Berg eingenommen hatte, und dem imponierenden Aufsteiger VSV Grün-Weiß Erkner folgten zwei nordostdeutsche Mannschaften. Der Berlin-Brandenburger SC kam über einen fünften Platz nicht hinaus. Der vierte Nordost-Vertreter SV Pädagogik Schönbeck konnte am letzten Spieltag mit einen 3:0-Auswärtssieg über den SV Warnemünde den letzten Tabellenplatz noch verlassen, so dass Warnemünde die Saison auf dem direkten Abstiegsplatz beendete. Ob das für Schönebeck reicht, um dem Abstieg zu entgehen, ist zur Stunde offen.

Nun richten sich die Blicke auf das kommende Spieljahr 2014/2015. Nach Auskunft von Heino Oje, Vorsitzender des Spielausschusses Dritte Liga Nord, ist der aktuelle Stand folgendermaßen: Aus der Dritten Liga steigt keine Mannschaft - weder bei den Männern noch bei den Frauen - in die 2. Bundesliga Nord auf. Aus der 2. Bundesliga wiederum wird es bei den Frauen nach jetzigem Tabellenstand zwei Absteiger geben: VT Aurubis Hamburg II ist zwei Spieltage vor Saisonschluss siegloses Schlusslicht; davor liegen die Stralsunder Wildcats (20 Punkte) und der Kieler TV (21). „Ob diese möglichen Absteiger aber auch für die Dritte Liga melden oder sich noch weiter oben etwas ergibt, ist noch nicht entschieden“, so Heino Oje.

Offen ist auch, was aus den Frauen des TSV Rudow 1888 wird, die sich aus der 2. Bundesliga Nord zurückziehen werden. Meldet Rudow für die Dritte Liga oder für die Regionalliga Nord oder löst sich die Mannschaft total auf? Geht sie womöglich eine Fusion mit einem anderen Verein – in welcher Spielklasse auch immer - ein?

Fest steht soviel, dass der bislang in der Regionalliga Nordost spielende VC Olympia 93 Berlin II sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen als zusätzliche Mannschaften mit Sonderspielrecht in der kommenden Saison in der Dritten Liga Nord antreten wird.

Was ist zum Abstieg zu sagen? Regelabsteiger aus der Dritten Liga ist bei den Männern der Oststeinbeker SV. „Da mir als Aufsteiger bislang nur die Meldung vom Nordost-Meister USC Magdeburg vorliegt und aus der 2. Bundesliga Nord keiner in die Dritte Liga Nord absteigt, wird Oststeinbek wohl die Möglichkeit erhalten, auch in der nächsten Saison in der Dritte Liga zu spielen“, mutmaßt Heino Oje. Bei den Frauen ist der SV Warnemünde erster Absteiger.

Unter den geschilderten Umständen könnte aber der SV Pädagogik Schönebeck zweiter Absteiger sein. Die aktuelle Auskunft von Schönebecks Abteilungsleiter Dr. Werner Malchau lautet: „Wir melden auf jeden Fall für die Regionalliga Nordost, vorbehaltlich der Entscheidung über den Abstieg aus der Dritten Liga. In der Mannschaft selbst ist die Stimmungslage offen, aber mit Tendenz für die dritthöchste Spielklasse. Doch das kann sich bei den jungen Spielerinnen von heute auf morgen wieder ändern.“

Aufsteiger in die Dritte Liga Nord ist aus den Regionalligen Nord und Nordost bei den Männern nur der nordostdeutsche Meister USC Magdeburg. Bei den Frauen ist es der VSV Havel Oranienburg als Vizemeister der Regionalliga Nordost. Aus der Regionalliga Nord werden bei den Frauen als Aufsteiger der SC Alstertal-Langenhorn oder der Eimsbütteler TV erwartet. Beide Mannschaften liegen in der noch nicht abgeschlossenen Saison mit jeweils 45 Punkten gleichauf vorn, wobei Spitzenreiter Alstertal-Langenhorn nur noch ein Spiel zu bestreiten hat, während der Eimsbütteler TV als Tabellenzweiter bei noch zwei ausstehenden Spielen die besten Chancen hat, die Meisterschaft für sich zu entscheiden.

Da der Meldeschluss für die Dritte Liga der 2. Mai 2014 ist, müssen sich Fans, Vereine und Teams bis dahin gedulden, um zu wissen, woran sie sind.

Noch zwei Anmerkungen: Die erste betrifft den Männermeister TSGL Schöneiche, der auf seiner Homepage ankündigte, dass sich die Mannschaft „mit Sicherheit personell verändern wird“. Wie der Umbau konkret aussieht, wird sich aber erst in den kommenden Wochen zeigen, heißt es dort weiter. „Die Spieler müssen sich Gedanken machen, wie es weitergeht“, sagt Trainer Jürgen Treppner. Von einigen wie etwa Christian Guß wird kolportiert, dass sie in der 2. Liga spielen wollen. Andere wie etwa Kapitän Florian Schaarschmidt könnten sich aus privaten Gründen (Studium, Arbeit) vorstellen, weiter bei Schöneiche in der Dritten Liga zu spielen. Gespräche über die Zusammensetzung des Kaders wird es in den kommenden Tagen geben. Auch die Trainerfrage ist noch nicht endgültig entschieden. Treppner, der auch die Frauen des Drittligisten VSV Grün-Weiß Erkner coacht, sagt: „Ich bin bereit, auch in der nächsten Saison wieder beide Mannschaften zu betreuen.“ Gedanken wie die Schöneicher Mannschaft aufzubauen ist, hat er sich schon gemacht. „Das Team müsste quantitativ etwas größer werden, damit wir komplexere Trainingsformen durchführen können.“ Das passt letztlich in die Philosophie des Vereins, der seine vier Männerteams besser verzahnen will, um den eigenen Nachwuchs zu fördern und zu fordern.

Im Übrigen kritisiert die TSGL Schöneiche auf ihrer Vereinshomepage auch die DVL: Wenn man Meister wird, sollte der Aufstieg in die 2. Bundesliga finanziell abgesichert sein. Doch die DVL belegt die Vereine mit einem Katalog an Vorgaben finanzieller Art, die eingehalten werden müssen, sonst drohen Geldstrafen. „Man kann wie wir jedes Spiel in einer Saison gewinnen und so gut sein, wie man will, wenn der Verein es nicht schafft, durch Sponsoren die horrenden Ligaauflagen der DVL finanziell zu stemmen, nützt es einem als Spieler gar nichts, auch wenn man 16 Jahre trainiert hat, um weiter zu kommen“, legte einer der Meisterspieler entmutigt den Finger in die Wunde.

Die zweite Anmerkung gilt der Spruchkammer Nord: Sie hatte sich mit einem Vorgang zu befassen, der die Männer-Begegnung vom 9. November 2013 zwischen dem SV Warnemünde und dem 1. VC Norderstedt betraf und die Warnemünde mit 3:2 gewonnen hatte. Auf der Facebook-Seite des Verlierers Norderstedt war am 11. November 2013 die Leistung des Schiedsrichters in einer Art und Weise kommentiert worden, die gegen den vom Spielausschuss der Dritten Liga Nord am 17. Juni 2012 beschlossenen und für alle Mannschaften geltenden Ethik-Code verstößt. Darin haben sich Vereine in Ziffer 13 verpflichtet, „dass Spieler, Trainer und Offizielle nach einem Spiel jegliche diffamierende oder beleidigende Äußerungen in der Öffentlichkeit, insbesondere in den elektronischen Medien wie Internet und Facebook, über die Leistung von Schiedsrichter unterlassen“. Gegen diesen Verstoß seitens des 1. VC Norderstedt klagte der Spielausschuss der Dritten Liga und strebte die Einleitung eines Verfahrens an.

Der Antrag wurde von der Spruchkammer Nord mit Entscheid vom 29. Januar 2014 jedoch als „unbegründet“ zurückgewiesen. Nach Überzeugung der Spruchkammer unter Vorsitz von Rechtsanwalt Malte Burwitz enthielt die auf Facebook veröffentlichte Stellungnahme weder diffamierende noch beleidigende Äußerungen. Bei der Prüfung hinsichtlich strafrechtlicher oder zivilrechtlicher Relevanz gelangte die Spruchkammer zu dem Ergebnis, dass diese Äußerungen weder einen Straftatbestand erfüllen noch zivilrechtliche Ansprüche des in erster Linie betroffenen Schiedsrichters begründen würden. Damit ist auch die juristische Akte der Dritten Liga Nord für das Spieljahr 2013/2014 geschlossen.

Nunmehr wird der Spielausschuss am 22. Juni 2014 voraussichtlich in Schwerin zu seiner obligatorischen Jahrestagung zusammenkommen, die abgeschlossene Saison auswerten und das neue Spieljahr vorbereiten. Der Saisonbeginn ist für den 4./5. oder 18./19. Oktober 2014 terminiert.

Jürgen Holz,

stellvertretender Pressewart DL Nord