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Wie geht die Dritte Liga Nord in die neue Saison 2017/2018?

Aktualisierte Fassung - Mittwoch, 3. Mai - 19.30 Uhr

Die Männer des VfL Pinneberg scheitern in den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga Nord an TV Baden / Bei den Frauen gewinnt der Nordost-Regionalligist SV Braunsbedra die Aufstiegsspiele gegen den Kieler TV II und rückt nach oben / Zweitbundesligist Köpenicker SC Berlin II kehrt zurück und will als BBSC II spielen

Am 2. Mai 2017 mussten definitiv alle Entscheidungen über die Zusammensetzungen der Staffeln in der Dritten Liga Nord für die Saison 2017/2018 gefallen sein. Bei den Frauen hatte sich Vizemeister Berlin-Brandenburger SC zum Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord entschlossen. Aufsteiger aus den beiden Regionalligen sind der 1. VC Parchim als Meister der Regionalliga Nord und der TSV Tempelhof-Mariendorf als Meister der Regionalliga Nordost. Der VC Olympia Berlin II als Stützpunktmannschaft mit außerordentlichem Spielrecht wollte zunächst in der Dritten Liga Nord spielen. Doch nach einer aktuellen Information des DLN-Spielwarts Heino Oje hat sich der VCO anders entschieden. Direkte Absteiger sind SV Warnemünde und Kieler TV.

Nach der Spielordnung können die Nächstplatzierten hinter dem Direktaufsteiger (außer den Absteigern) aus der Regionalliga Nord und der Regionalliga Nordost in einer Qualifikation mit Hin- und Rückspiel das Recht auf einen möglichen Aufstieg in die Dritte Liga Nord erwerben, wenn es freie Plätze gibt. Dies war durch den Aufstieg des BBSC in die 2. Bundesliga der Fall. Aus diesem Grund schrieb Heino Oje zwei Aufstiegsspiele zwischen dem Kieler TV II, Vierter der Regionalliga Nord, und dem SV Braunsbedra, Vierter der Regionalliga Nordost, für den 28. April 2017 (Hinspiel in Kiel) und 30. April 2017 (Rückspiel in Braunsbedra) aus. Mit zwei Siegen setzte sich Braunsbedra souverän durch. Das Hinspiel in Kiel wurde vom Team aus Sachsen-Anhalt knapp mit 3:2 (25:20, 25:23, 22:25, 21:25, 15:6) gewonnen. Auch im Rückspiel zwei Tage später in heimischer Halle ließ sich Braunsbedra die mögliche Aufstiegschance nicht mehr nehmen und gewann mit sicher mit 3:0 (25:22, 25:9, 25:21.). Kristin Rumi, Trainerin von Braunsbedra, war stolz auf ihre Mannschaft: „Nach dem Stress mit der langen Anreise im Hinspiel nach Kiel fehlte uns ein wenig die Frische, was das knappe 3:2 erklärt. Dafür haben wir heute mit einer souveränen Leistung den die ganze Saison über angepeilten Aufstieg in die Dritte Liga perfekt gemacht." Braunsbedra musste sich aber zunächst in die Warteschleife begeben.

Denn inzwischen hatte sich der bisherige Zweitbundesligist Köpenicker SC Berlin II entschlossen, sich freiwillig zurückzuziehen und für die Dritte Liga Nord zu melden. Köpenick strebt allerdings - wie auf der Homepage des Vereins zu lesen ist - eine Spielrechtübertragung mit dem Berlin-Brandenburger SC an und will als BBSC II spielen. Dafür liegt aber derzeit noch kein Antrag vor, so Heino Oje.

Überraschend ist aber doch noch ein Platz frei geworden: Aus der angestrebten Spielrechtsübertragung des Drittligisten VG Wiwa Hamburg mit VT Hamburg ist nichts geworden. Damit zieht sich Wiwa Hamburg aus dieser Spielklasse zurück und der Nordost-Regionalligist SV Braunsbedra steigt als Sieger des Aufstiegsspiels in die Dritte Liga Nord auf.

Noch ein Wort zu dem Aufstiegsspiel zwischen Kiel II und Braunsbedra. Darüber hatte es im Vorfeld einige Verwirrung gegeben, die der SV Warnemünde, als Zehnter eigentlich Direktabsteiger aus der Dritten Liga Nord, mit seinem Antrag an den Spielausschuss der Dritten Liga auf Drittliga-Spielberechtigung ausgelöst hatte. Der SV Warnemünde hatte seinen Antrag mit Ziffer 7.5 der Dritte-Liga-Ordnung (DLO) begründet, wonach der DLN-Spielausschuss auf Antrag über den Verbleib einer eigentlich abgestiegenen Mannschaft in der Dritten Liga entscheiden kann. Allerdings hatte Warnemünde dabei übersehen, dass diese Regelung erst angewendet werden kann, wenn nach Anwendung aller entsprechenden Regelungen ein Platz in der Dritten Liga frei ist.

Was heißt „Anwendung aller entsprechenden Regelungen“? Nach Ziffer 7.4 DLO ist der Aufstieg aus den Regionalligen in der Regionalligaordnung (RLO) geregelt. Dort heißt es: Gemäß Ziffer 3.2.7 b) RLO steigt der Meister der Regionalliga in die Dritte Liga auf. Bei Verzicht rückt der Nächstplatzierte nach, maximal bis zum Drittplatzierten. Hiermit wird der direkte Aufstieg definiert. Nach Ziffer 3.2.7 d) wird eine weitere Aufstiegsmöglichkeit definiert über ein Relegationsspiel. Hieran nehmen die Nächstplatzierten hinter dem direkten Aufstiegsberechtigten der jeweiligen Regionalliga teil. Da in 3.2.7 b) RLO vom Ersten bis zum Dritten gesprochen wird, ist der Nächstplatzierte in 3.2.7 d) RLO somit der dahinter Platzierte der Abschlusstabelle. Ausgeschlossen sind die Absteiger, da sie durch den Abstieg kein Spielrecht mehr in der Regionalliga haben. Aus dieser Sachlage bestand eine Spielberechtigung für dieses Relegationsspiel für die Mannschaften vom SV Braunsbedra und Kieler TV, die beide in ihren Regionalligen den vierten Platz in der Abschlusstabelle belegt hatten.

Erst nach dieser Regelung kann demzufolge ein Antrag einer abstiegsverpflichteten Mannschaft gemäß Ziffer 7.5 DLO berücksichtigt werden. Der Antrag des SV Warnemünde auf Spielberechtigung in der Dritten Liga wird also erst dann behandelt, wenn nach Meldeschluss tatsächlich noch ein weiterer freier Platz in der Dritten Liga Nord vorhanden ist. Warnemünde hat inzwischen Einspruch bei der Spruchkammer Nord gegen die Entscheidung des DLN-Ausschusses eingelegt.

Mögliche Frauenstaffel für Saison 2017/2018 (in Klammern Platz in Saison 2016/2017)

Köpenicker SC Berlin II/BBSC II

VSV Havel Oranienburg (1.)

SC Alstertal-Langenhorn (3.)

SG Rotation Prenzlauer Berg (4.)

SC Potsdam II (7.)

Eimsbütteler TV (8.)

VSV Grün-Weiß Erkner (9.)

TSV Tempelhof-Mariendorf (Aufsteiger/Meister RL Nordost)

1. VC Parchim (Aufsteiger/Meister RL Nord)

SV Braunsbedra (Sieger des Aufstiegsspiels)

Hinweis: Die Frauenstaffel würde damit im Gegensatz zur letzten Saison im nächsten Spieljahr mit einem regulären Zehnerfeld spielen. Offen ist die Entscheidung der Spruchkammer Nord über den Verbleib des SV Warnemünde in der DLN.

Bei den Männern ist Meister SV Warnemünde in die 2. Bundesliga Nord aufgestiegen. Die TSGL Schöneiche kommt als Absteiger aus der 2. Bundesliga Nord zurück. Die letzte Saison drittplatzierte Mannschaft des VC Olympia Berlin II wechselt als Stützpunktmannschaft von der Dritten Liga in die Regionalliga Nordost. Aufsteiger sind der PSV Neustrelitz als Meister der Regionalliga Nord und der SSV 80 Gardelegen als Meister der Regionalliga Nordost. Reguläre Absteiger sind Berliner VV und USC Magdeburg. Der am Drittliga-Aufstieg interessierte VfK Berlin-Südwest, Dritter der Regionalliga Nordost, stand auf der Warteliste für den Fall eines freien Platzes. Denn um den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord spielten der VfL Pinneberg, Vierter der Dritten Liga Nord, und der TV Baden, Dritter der Dritten Liga West. Für den Fall, dass sich Pinneberg durchgesetzt hätte, wäre der VfK Berlin-Südwest aufgerückt. Aber danach sah es schon nach dem Hinspiel am 28. April 2017 in Pinneberg nicht aus, denn der TV Baden siegte sicher mit 3:1 und gab nur den „grottenschlechten zweiten Satz“, so die Badener, an den Gegner ab. Diesen Siegvorteil ließ sich der TV Baden im Rückspiel zwei Tage später in eigener Halle nicht nehmen. Mit 3:1 wurde der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord perfekt gemacht. Somit verbleibt Pinneberg in der Dritten Liga Nord, und die Südwestler spielen weiterhin in der Regionalliga Nordost.

Mögliche Männerstaffel für Saison 2017/2018 (in Klammern Platz in Saison 2016/2017)

TSGL Schöneiche (Absteiger 2. BL Nord)

Kieler MTV Eagles (2.)

VfL Pinneberg (4.)

Eimsbütteler TV (5.)

SV Preußen Berlin (6.)

TKC Wriezen (7.)

Oststeinbeker SV (8.)

TSV Spandau 1860 (9.)

SSV 80 Gardelegen (Aufsteiger RL Nordost)

PSV Neustrelitz (Aufsteiger RL Nord)

Jürgen Holz, Regionalpressewart Nordost