Wie geht die Dritte Liga Nord in die neue Saison 2019/2020?

Bei den Männern wird mit zehn, bei den Frauen mit elf Mannschaften gespielt / Bei den Frauen zwei Zweitbundesligisten dabei: VC Olympia Schwerin mit Sonderspielrecht und Absteiger Volleyball-Team Hamburg

 

Nach dem Meldeschluss am 2. Mai 2019 stehen die Staffeln der Männern und Frauen in der Dritten Liga Nord für die neue Saison 2019/2020 fest. Danach gehen die Männer mit zehn Mannschaften in die neue Saison. Bei den Frauen sind es elf Mannschaften. Zu den nach dem Reglement festgeschriebenen zehn Mannschaften kommt mit Sonderspielrecht als elftes Team der VC Olympia Schwerin hinzu, der zuletzt in der 2. Bundesliga Nord gespielt hat. Der zweite Zweitbundesligist ist das Volleyball-Team Hamburg, das als Vorletzter regulärer Absteiger ist. Bei Frauen hat sich über Nacht der SV Braunsbedra (zuletzt 7.) abgemeldet und für die Regionalliga Nordost gemeldet.

Die beiden Drittligameister PSV Neustrelitz (Männer) und SG Rotation Prenzlauer Berg II (Frauen) verbleiben in der dritthöchsten deutschen Spielklasse. Neustrelitz verzichtete auf den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord ebenso wie die nachfolgend platzierten Mannschaften, und Prenzlauer Berg II kann nicht aufsteigen, weil dort bereits die erste Mannschaft des Berliner Traditionsvereins vertreten ist. Drittliga-Absteiger sind bei den Männern der Oststeinbeker SV (10.) und der Kieler TV II (11.), die beide in die Regionalliga Nord zurückkehren. Von dort steigt als Meister der Kieler TV III auf, der praktisch den Drittligaplatz seiner Vereinsmannschaft Kieler TV II einnimmt. Aus dem Nordostbereich steigt der Vizemeister TSV Spandau 1860 auf. Reguläre Absteiger bei den Frauen sind der SC Alstertal-Langenhorn (9.) in die Regionalliga Nord und der SC Potsdam II (10.) in die Regionalliga Nordost. Aufsteiger sind der Nordost-Vizemeister Berliner Volleyballverein Vorwärts und der Meister der Regionalliga Nord, SV Grün-Weiß Eimsbüttel.

Aufstiegsabsage der Frauen

des VSV Havel Oranienburg

Im Vorfeld hatte es einige Turbulenzen gegeben. So zeichneten sich beim Frauen-Vizemeister VSV Havel Oranienburg unterschiedliche Meinungen hinsichtlich des möglichen Zweitliga-Aufstiegs ab. Die Basis des Vereins war gegen einen Gang in die 2. Bundesliga Nord, was offenbar der VSV-Vorstand anders sah und daher einen Aufstieg unterstützte. Auch innerhalb der Mannschaft war man nicht komplett für einen Aufstieg bereit. Schließlich gab es ein Treffen zwischen Vereinsvorstand und Mannschaft, auf dem sich beide Seiten darauf einigten, das Thema vorerst ad acta zu legen und auf einen möglichen Aufstieg zu verzichten. Die Vereinsführung unterstrich auf einer Mitgliederversammlung allerdings, dass der Gesamtverein auf soliden wirtschaftlichen Beinen stehe und von daher ein Aufstieg durchaus machbar wäre.

„Wir haben das Thema Aufstieg aber nicht vollends in die Schublade gesteckt. Langfristig bleibt es ein Thema“, ergänzte VSV-Trainer Robert Hinz. Der Coach aus Berlin ließ allerdings seine Zukunft bei den Oranienburgerinnen offen. „Ich habe zwei Angebote anderer Vereine und kann daher augenblicklich nicht sagen, ob ich bleibe und gehe.“ Dem Vernehmen nach ist auch ein Verbleib der kompletten Vizemeistermannschaft noch lange nicht gesichert – trotz des nun feststehenden Starts in der Dritten Liga Nord. Bis zum Saisonstart Mitte September 2019 stehen also noch spannende Wochen bevor.

Der VC Olympia Schwerin

rückt in die Dritte Liga

Fest steht indes, dass der Ex-Zweitbundesligist VC Olympia Schwerin mit seiner ersten Frauenmannschaft in der neuen Saison in der Dritten Liga Nord spielen wird. Ziel sei die sportliche Konsolidierung für eine optimale Nachwuchsarbeit. Dabei werde die Rückkehr in die 2. Bundesliga Nord in den nächsten Jahren avisiert. Nur vier gewonnene Sätze, kein Sieg, Tabellenletzter – das sind die nüchternen Fakten für die jungen Schweriner Volleyballerinnen nach der nunmehr beendeten Zweitligasaison. Das ist prinzipiell keine Katastrophe, spielt das Nachwuchsteam des Schweriner SC, das ein Sonderspielrecht genießt, doch ausschließlich mit dem Ziel, sich zu entwickeln und zu lernen. Deshalb hatte SSC-Geschäftsführer Andreas Burkard bereits zum Saisonende angekündigt: „Wir werden für die nächste Saison den Antrag auf ein Sonderspielrecht in der Dritten Liga stellen. Hier hat das Team die realistische Chance auf deutlich knappere Spiele und vor allem auch darauf, wirklich um Siege mitzuspielen. Das ist für die nächsten Jahre die bessere, sinnvollere Umgebung, um optimale Nachwuchsentwicklung leisten zu können. Die zweite Bundesliga ist aktuell einfach eine Nummer zu groß für uns.“

VCO-Teammanager Bernd Flörke ergänzte, dass „es zuletzt schwierig war, eine ausreichend große Mannschaft zusammenzustellen. Es ist aber absehbar, dass zukünftige Jahrgänge in dieser Beziehung wieder viel stärker besetzt sind. Diese Quantität brauchen wir, um irgendwann wieder in der zweiten Bundesliga mithalten zu können.“ Flörke ist sich allerdings bewusst: „Für einzelne Spielerinnen des ältesten Jahrgangs, die nächstes Jahr den Weg in die Bundesligen nehmen wollen, ist der Rückzug in die Dritte Liga sicher nicht ganz optimal. Doch für das gesamte Projekt VCO in Schwerin ist es der richtige Schritt. Ich bin überzeugt, dass wir in der Dritten Liga gut aufgehoben sind. Sobald wir das Team in der entsprechenden Stärke und Qualität wieder gefestigt haben, nehmen wir die zweite Bundesliga neu in Angriff, voraussichtlich innerhalb der nächsten zwei Jahre.“ Die wirtschaftliche und strukturelle Situation beim VCO ist besser denn je. Alle Sponsoren bleiben auch in der Dritten Liga dabei, weitere Unterstützung kommt dazu. „Somit können wir den hohen Ausbildungsstandard, für den der Schweriner SC steht, unabhängig von der Liga halten“, bekräftigte der Teammanager.

Die Staffelzusammensetzungen für die neue Saison, die am 14./15. September 2019 mit dem ersten Spieltag beginnt:

Männer

(in Klammern letzte Platzierung)

PSV Neustrelitz (1.)

TSGL Schöneiche (3.)

SC Potsdam (4.)

VfL Pinneberg (5.)

SV Preußen Berlin (6.)

TKC Wriezen (7.)

Eimsbütteler TV (8.)

VfK Berlin-Südwest (9.)

TSV Spandau 1860 (Aufsteiger/2. RL Nordost)

Kieler TV II (Aufsteiger/1. RL Nord)

 

Frauen

(in Klammern letzte Platzierung)

Volleyball-Team Hamburg (Absteiger 2. BL Nord)

VC Olympia Schwerin (freiwilliger Absteiger 2. BL Nord/Sonderspielrecht)

SG Rotation Prenzlauer Berg II (1.)

VSV Havel Oranienburg (2.)

BBSC Berlin II (3.)

TSV Tempelhof-Mariendorf (4.)

Eimsbütteler TV (5.)

USV Potsdam (6.)

Kieler TV (8.)

Berliner Volleyballverein Vorwärts (Aufsteiger/2. RL Nordost)

SV Grün-Weiß Eimsbüttel (Aufsteiger/1. RL Nord)

Sollten sich noch freie Plätze ergeben, werden diese bis zum 31. Mai 2019 mit den möglichen weiteren Teilnehmern aufgefüllt. Das wären bei den Männern der USC Magdeburg (Aufsteiger aus Relegation) und der Oststeinbeker SV (Absteiger in Regionalliga) sowie bei den Frauen der USV Halle (Aufsteiger aus Relegation) und SC Potsdam II (Absteiger in Regionalliga).

Jürgen Holz, Regionalpressewart Nordost

 

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